Politischer Irrsinn: Computer entscheidet über Berliner Spielhallen

Berliner SpielhallenVor einiger Zeit berichteten wir über die Pläne in der deutschen Bundeshauptstadt die Anzahl der Berliner Spielhallen Mitte des Jahres gewaltig auszudünnen. Im Jahr 2011 kam der damalige Senat zu der glorreichen Idee ein Gesetz zu erlassen, dass zu einer Schließung von 70 bis 90 Prozent der ansässigen Spielhöllen führen wird. Das neue Gesetzt, welches am 01. August 2016 in Kraft treten wird, verlangt einen Abstand von 500 Metern zwischen den einzelnen Casinos. Gerade in großen Städten ist es unvermeidbar, dass es in gewissen Gebieten zu Ballungen kommt. Gerade in hippen und trendigen Straßen und Szenevierteln liegt die Dichte an Bars, Gastronomie und den dazugehörigen Spielotheken sehr hoch. Doch wer nun darüber entscheiden soll, welche der Casinos bestehen bleiben dürfen und welche schließen müssen, wenn gar drei oder vier dieser Geschäfte innerhalb eines 500 Meter Radius liegen, war bislang nicht geregelt. Damit niemand im Senat den Schwarzen Peter zugeschoben bekommen kann, wenn ein bestimmtes Etablissement geschlossen werden muss und ein anderes nicht, wälzen die Abgeordneten nun diese Entscheidung auf die seelenlose Technik ab.

Der Computer wird Herr und Meister über die Berliner Spielhallen

Um das Problem mit der Abstandsregel zu lösen und keine Politiker namentlich seinen Kopf hinhalten muss, wird ein Computerprogramm angeschafft, dass am Ende die Entscheidung über Leben und Tod der Zockerbude trifft. Zum Einsatz kommt eine Software die „geomathematischen Berechnungsverfahren“ anstellt. Diese wurde an der Humboldt-Universität entwickelt und wird nun Herr und Meister über das zukünftige Schicksal von bis zu 27.000 Betreibern und Mitarbeitern in Berlin. Das neue Skynet der Bundeshauptstadt legt damit fest wer Anfang August noch ein Einkommen und Arbeitsplatz besitzt und wer nicht. Bei dem bekannten Film Terminator schickte die künstliche Intelligenz, die den Menschen nicht gerade wohlgesonnen war, ihre Roboter aus um für die Auslöschung von Existenzen nach eigener seelenloser Auffassung zu sorgen. In der Geldverbrennungsanlage Berlin wird Skynet wohl auf menschliche Fußtruppen zurückgreifen müssen, die dann in Gestalt von Ordnungsamtsmitarbeitern mit dem Schließungsschreiben die Berliner Spielhallen terminieren.

Sollte die Software wieder erwarten keine eigene Lösung finden, dann entscheidet das Glück, welch bittere Ironie, per Losentscheid über den Fortbestand vieler Berliner Spielhallen und natürlich über viele Existenzen. Auch hier kann wieder einmal ganz deutlich von einem Versagen der Politik gesprochen werden!

„Endlich“ einmal Glücksspiel mit richtigen Einsätzen und vollem Risiko. Der Einsatz beträgt die gewerbliche Existenz und der eigene Arbeitsplatz und am Ende gibt es als Gewinn den Fortbestand der Spielothek mit weniger Konkurrenz oder den Totalverlust.

Wie konnte es soweit kommen?

Diese Frage sollten sich die Berliner Bürger einmal stellen, denn hier wird die freie Berufsauswahl völlig ausgehebelt. Unter dem Vorwand von Spielerschutz und Kampf gegen Spielsucht und Geldwäsche werden hier unzählige Existenzen von seit Jahren gut laufenden Geschäften, die die Stadt Berlin mit Steuereinnahmen füttern und Bürgern Arbeitsplätze bringen, mit einem Federstrich vernichtet. Unter den Politkern im Kampf gegen das Glücksspiel in der Hauptstadt tat sich vor allem der SPD-Abgeordneten Daniel Buchholz die letzten Jahre kräftig hervor und unterstellte allen Spielotheken sie würden mit ihren Methoden unbescholtene Bürger Sucht treiben. Mit dieser Ansicht scharrte er zahlreiche Unterstützer von SPD und CDU hinter sich und am Ende dieser Entwicklung steht nun das Abstandsregelgesetz zum 01. August 2016. Für alle Betreiber eilt nun die Beantragung einer neuen Lizenz, denn mit in Krafttreten des neuen Gesetzes verlieren alle Spielotheken ihre alte Genehmigung. Für die Berliner Zocker wird es im neuen Jahr ziemlich ungemütlich, dank SPD und CDU. Der Weg ins Online Casino wird für viele Gambler in Berlin wohl der letzte Ausweg sein um ihrem Hobby weiter nachzugehen ohne lange Anfahrtswege in Kauf zu nehmen.

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Danke für lhre Wertung!

Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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