Christies

Nur 8 Elvisse sind noch teurer

Die Medien und wir haben über den umstrittenen Verkauf der beiden Bilder „Triple Elvis“ und „Four Marlons“ berichtet, um die marode Spielbank Westspiel, welche im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen ist, zu sanieren und um ein neues (sicherlich auch bald sanierungsbedürftiges) landbasiertes Casino zu erreichten. Westspiel bzw. das Land Nordrhein-Westfalen kaufte die 2 Kunstwerke vor etlichen Jahren zu einem Schnäppchenpreis von 400.000 D-Mark und erhoffte sich aus der Auktion einen Erlös von 100 Millionen Euro, von denen 80% in die Sanierung der Spielbank fließen sollten.

Weit mehr als 100 Millionen Erlös

Bei der Auktion in Christie's erreichten die beiden vor wenigen Stunden versteigerten Kunstwerke aber einen weitaus höheren Erlös, als die erhofften 100 Millionen Euro. So haben der Triple Elvis für 58.7 Millionen Euro und der Four Marlons für 49.8 Millionen Euro den Besitzer gewechselt und damit 8, 5 Millionen Euro mehr eingebracht als erwartet. Die Käufer sind unbekannt.

Übrigens war das Triple Elvis kein Verkaufsrekord. Auf dem zweiten Platz liegt hier der (ich schmeiß mich gerade weg… :-D) – der „Eight Elvises“ mit 100.000 Millionen.

Was geschieht mit dem Geld und werden nun weitere Kunstwerke folgen?

Wie zuvor erwähnt, soll der Großteil des Geldes in die Sanierung von Westspiel selbst fließen. Der andere Teil kommt den Land Nordrhein-Westfalen selbst zugute. Vergessen werden sollte dabei nicht, dass die Bilder eigentlich Eigentum der Bürger des Landes Nordrhein-Westfalen waren, denen dabei natürlich nicht die Chance eingeräumt wurde zu bestimmen, ob die Spielbank Westspiel damit saniert werden soll. Aufgrund des Erfolges bei der Auktion ist wohl zu erwarten, dass andere Unternehmen diesem Beispiel folgen werden, um mittels dem Verkauf von Kunstwerken eventuelle Defizite auszugleichen. Westspiel plante zudem nicht nur den Verkauf der Warhol-Werke, sondern zeitgleich auch einen Verkauf weitere Bilder von Paula Modersohn-Becker aus der Spielbank Bremen, welche in einem Museum untergebracht sind.

Auch in Österreich gibt es ein aktuelles Beispiel. Die Kunstsammlung Essl kommt teilweise unter den Hammer um die marode Baumarkt-Kette Baumax vor der Insolvenz zu bewahren.

Kulturgut hin oder her: Macht es Sinn wertvolle Kunstwerke zu verkaufen, um damit ein Spielsystem zu unterstützen, welches infolge des Internets wohl keine Zukunft haben wird? Wir denken eher nicht und hoffen, dass diese Aktion eine einmalige bleiben wird, wovon aber nicht ausgegangen werden darf.