Casino der etwas anderen Art bei der “Ostseewelle”

Dass sich Rundfunkanstalten mitunter als Glücksspielanbieter betätigen ist in der heutigen Zeit indes nun wahrlich nichts ungewöhnliches mehr. Das ganze Prinzip beruht in erster Linie auf den Spaß und soll die allgemeine Gutelaunementalität, die speziell die Radiosender an den Wochenenden ausstrahlen, deutlich unterstreichen. Der Anrufer weiß für gewöhnlich, dass ein Rechtsweg bei einem derartigen Glücksspiel wie beispielsweise einem Quiz ausgeschlossen ist so dass sich die "Fairness" und die "Gewinnchancen" nur schwerlich überprüfen lassen. In einfachen Worten ausgedrückt, der Anrufer muss sich auf die Neutralität und Integrität des Moderators ein Stück weit verlassen können. In einem aktuellen Fall jedoch war eben jene Integrität und Neutralität offenbar nicht vorhanden.

Erneute Verhandlung

Der Moderator eines Radiosenders, der ein Quiz als Glücksspiel veranstaltet, weiß für gewöhnlich, dass er bei dem Glücksspiel nichts zu gewinnen hat. Ihm obliegt einzig und allein die Rolle des "Begleiters", der als Veranstalter das Glücksspiel durchführt und anschließend dem ehrlichen Gewinner zu seinem Gewinn gratuliert. Bei dem Radiosender "Ostseewelle" jedoch gab es offenbar einen Moderator, der seine Rolle bei dem Glücksspiel ein wenig anders interpretierte und nicht einsehen wollte, warum auch er bei dem Glücksspiel nicht auch auf der glücklichen Seite des Gewinners stehen durfte. Am 31.05.2017 um 9:15 Uhr wird in der Strafsache 2 StR 489/16 dieser Fall erneut verhandelt. Die Anklage beläuft sich dabei auf Betrug, weshalb der ehemalige Moderator der "Ostseewelle" in erster Instanz bereits verurteilt wurde. Das Landgericht Rostock wird sich mit diesem Fall, der aus ingesamt 9 Fällen besteht und unter Anderem auch die Thematik Bankrott sowie die Einbeziehung vergangener Straftaten behandelt, beschäftigen müssen. In erster Instanz wurde der ehemalige Moderator bereits zu fünf Jahren Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt.

Böser Fall von Eigennütz

In erster Instanz sah es das verhandelnde Gericht als erwiesen an, dass der ehemalige Moderator der "Ostseewelle" in der Sendung "Morgenshow" ein durchgeführtes Gewinnspiel manipulierte. Die Manipulation geschah jedoch nicht aus Herzenswärme und Nächstenliebe weil ein Schicksal eines Anrufers dem Moderator so sehr zu Herzen ging, dass dieser Anrufer unbedingt den Preis des Gewinnspiels der "Morgenshow" gewinnen sollte. Vielmehr wurde dem ehemaligen Moderator zur Last gelegt, dass er die Gewinner auswählte und dem zum Sieg erkorenen Anrufer vorher die Lösung mitgeteilt wurde. Diese Anrufer erhielten dann den Gewinn. Es ist schon schön, wenn man als Moderator den Gewinner des Glücksspiels vorher schon kennt und sich dann mit dem bekannten Gewinner über den Gewinn freuen kann. Problematisch war in diesem Fall allerdings der Umstand, dass der glückliche Gewinner den Gewinn überhaupt nicht vollständig behalten durfte. Ein großer Teil des besagten Gewinns soll an den ehemaligen Moderator zurückgegeben worden sein. Somit kannte der ehemalige Moderator als Veranstalter den Gewinner sowieso, da er ihn jeden Morgen im Spiel fröhlich begrüßte.

Eine Einsicht über das eigene Fehlverhalten des ehemaligen Moderators ist offenbar nicht vorhanden. Gegen die Verurteilung in erster Instanz über fünf Jahre Gesamtfreiheitsstrafe legte der ehamlige Moderator das Rechtsmittel der Revision ein. Dies ist nicht weiter verwerflich, da es das gute Recht eines Verurteilten ist, gegen das Urteil eben jenes Rechtsmittel einzulegen. Jeder gute Anwalt wird jedoch seinen Mandanten im Vorwege sagen, dass ein Verfahren in zweiter Instanz mit einem Glücksspiel durchaus vergleichbar ist. Gut, auf diesem Metier kennt sich der ehemalige Moderator zwar durchaus aus, allerdings dürfte allein der Umstand ein wenig störend sein, dass bei diesem Glücksspiel der Gewinner nicht durch den ehemaligen Moderator ausgewählt werden kann und auch keine Lösungen im Vorwege an den glücklichen Gewinner weitergegeben werden können. Bei diesem Glücksspiel der Revision wird somit der ehemalige Moderator ein gänzlich neues Terrain betreten, da der Ausgang des neuen Verhandlungstermins gänzlich von der Rechtsansicht des Richters abhängig ist. Anders als bei der "Morgenshow" lässt sich dieses Verfahren somit nicht manipulieren und der Einsatz ist erheblich höher, da der Gang ins Gefängnis mit Sicherheit für keinen normal zivilisierten Menschen leicht fallen dürfte.

Die Revision des Angeklagten wird derzeitig vor dem 2. Strafsenat vom Bundesgerichtshof verhandelt. Auf jeden Fall dürfte dieser Sachverhalt ein Glücksspiel im Radio durchaus in ein negatives Licht rücken so dass sich so mancher Anrufer im Vorwege selbst die Frage stellen wird, ob eine Teilnahme an dem Glücksspiel überhaupt lohnenswert erscheint wenn der potentielle Gewinn an den Moderator abgeführt wird. Die permamente gute Laune der Radiomoderatoren bei einigen Radiosender dürfte dies jedoch erklären.

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Casino der etwas anderen Art bei der “Ostseewelle”
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Von Engelbert Breitner | 24. September 2018 | Kategorien: Casinos, Nachrichten |

Über den Autor: Engelbert Breitner

Engelbert Breitner
Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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