Casino AustriaDer Verkauf der Casino Austria geht in die nächste Runde. Jetzt wurde das Gebot des Finanzministers Schelling genannt: 230 Million Euro. Doch die Anteilseigner sind nicht beeindruckt. Als Konsequenz des Angebots wurde nun von den Anteilseignern ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Es geht um 66 Prozent der Casino Austria

Und für diesen Löwenanteil sind 230 Millionen Euro wohl deutlich zu wenig. Würde Schelling den Zuschlag bekommen, gingen die Anteile des Casino Austria in den Besitz und den Verfügungsbereich der ÖBIB über.

Die aktuellen Interessenten im Überblick:
  • Finanzminister Schelling für die ÖBIB
  • Peter Goldscheier, Investmentfirma Epic & zwei tschechische Milliardäre
  • Novomatic
  • Zahlreiche unbekannte Investoren aus dem In- und Ausland

Als Einzige von den aktuellen Interessenten besitzt bereits der renommiere Spieleautomaten-Hersteller 8 Prozent der Casag-Tochter Lotterien. Der Durchschnittswert von 407 Millionen Euro ist mit den 230 Millionen gebotenen Euro fast um die Hälfte unterschritten. Seitens der Medial-Gruppe wurde nun ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben. Schon jetzt ist klar, dass der Schätzwert weit über den von Schelling gebotenen Betrag liegt.

Der Blick in die finanziellen Unterlagen der Casino Austria steht noch aus

Weitere Bewegung kommt in das Gebots-Spiel, sobald die Bücher der Casino Austria an die Interessenten gegeben werden. Dann können die Gebote noch einmal ganz unabhängig von den Geboten steigen. Erst, wenn die Zahlen offen liegen, werden sich zu den nationalen Bietern auch internationale dazugesellen. Bisher bleibt es also spannend.

Wer hat Mitspracherecht über den Verkauf der 66 Prozent?

  • Medial Beteiligungsgruppe, Casag-Aktionäre, Inhaber von 38,29 Prozent der Casag
  • Private Aktionäre 1: 6 Prozent der Casag
  • Private Aktionäre 2: MTB-Privatstiftung von Maria Theresia Bablik, 17 Prozent der Casag
  • ÖBIB, 33,2 Prozent, Casag-Münze-Anteil
  • Private Aktionäre, 23,2 Prozent
  • Bankhaus Schelhammer & Schattera, 5,3 Prozent

Woher kommt das Interesse von Schelling?

Der Finanzminister würde durch den Kaufzuschlag würde Mehrheitsanteil der Casag zur ÖBIB bringen. Diese hatte bereits den Kaufzuschlag bekommen, als es um den Casag-Münze-Anteil in Höhe von 33,2 Prozent ging. Zum einen soll die derzeit kompliziert gewordene Gesellschafterstruktur aufgebrochen und deutlich vereinfacht werden. Doch schon nach dem Kauf würde der höchstmögliche Verkauf des Glücksspielkonzerns bevorstehen. Ein Vorhaben, das den Gesellschaftern nicht unbedingt vorschwebt.

Worum geht es konkret? Über die Casino Austria

Das Unternehmen wurde 1967 gegründet. Bis heute umfasst das heute als AG betriebene Unternehmen 12 Spielbanken in Österreich. Auch international hat die Casino Austria AG Anteile an Glücksspielunternehmen. Allein im Jahr 2013 hat die AG mehr als 263 Millionen Euro an Umsatz erzielt. Die Gästeanzahl beläuft sich pro Jahr auf ca. 2,3 Millionen Casino-Besucher. Mit seinen Hausregeln, nur Personen ab 18 Jahren, mit Ausweiskontrolle und Beobachtung des Spielverhaltens, erfüllen die Casino Austria die strengsten, geltenden Regeln. Darüber hinaus können Casino Besucher Selbstsperren veranlassen.

Die 12 Casinos der Casino Austria sind ganzjährig geöffnet:

  • Casino Baden
  • Casino Bregenz
  • Casino Graz
  • Casino Innsbruck
  • Casino Kitzbühel
  • Casino Kleinwalsertal
  • Casino Linz
  • Casino Salzburg
  • Casino Seefeld
  • Casino Velden
  • Casino Wien

Das 12. Casino Wien, das Casino Bad Gastein, ist in der Sommer- und Wintersaison geöffnet.

Das aktuelle Gebot des Finanzministers war erst der Anfang. Jetzt heißt es wie im echten Casino-Leben, nicht in die Karten blicken lassen und trotz der unüberschaubaren Zahl der Mitbieter die Nerven behalten.