Cashpoint von GauselmannDer deutsche Glücksspielgigant Gauselmann bläst im Bereich der Sportwetten und Automatencasinos in Österreich zum Angriff auf den Platzhirsch Novomatic, denn wie nun bekannt wurde wird das Tochterunternehmen Cashpoint den kleineren Rivalen Wettpunkt schlucken und damit näher an den österreichischen Konzern, der in diesem Markt mit seiner Marke Admiral tätig ist, heranrücken. Nach dem abgeschlossenen Deal über den Kauf der über 25 Wettshops von Wettpunkt, über dessen Höhe stillschweigen vereinbart wurde, wird die Gauselmann-Tochter in der Alpenrepublik etwas mehr als 100 Annahmestellen für Sportwetten mit angegliederten Slot Automaten betreiben und damit seinen zweiten Platz hinter Novomatc festigen. Dadurch wird allerdings auch langfristig das grüne Logo von Wettpunkt verschwinden und alle Wettshops werden in Zukunft unter der Marke Cashpoint ihre Angebote an die Gambler offerieren. Aus strategischer Sicht ist es für Gauselmann nachvollziehbar, die gekauften Annahmestellen umzubenennen, denn Wettpunkt war bis jetzt vor allem im Raum Wien bekannt, aber im Rest des Landes eher unterrepräsentiert.

In Österreich gelten, anders als in fast allen anderen Ländern der EU, die Sportwetten nicht als Glücksspiel und haben somit auch mit deutlich weniger Regularien und Auflagen zu kämpfen als die Automatenspiele, die in Wien zum Beispiel verboten sind.

Cashpoint von Gauselmann – Online Casinos und Sportwetten international

Im gigantischen Firmengeflecht des familiengeführten Konzerns Gauselmann, passiert es selbst Kennern der Materie immer wieder einmal, dass sie durchaus den Überblick verlieren, wie eine der zahlreichen Tochter-Unternehmen worüber mit allen anderen Firmen vernetzt ist. Cashpoint wurde 1996 gegründet und konzentrierte sich von Beginn an auf den Bereich der Sportwetten und dies sowohl in den Wettshops, als auch über Online-Plattformen. Mit dem Einstieg 2005 und der vollständigen Übernahme 2014 startete der Gauselmann Konzern über Cashpoint groß in den Markt der Sportwetten durch und erweiterte seine nun neue Marke auch um den Bereich der Online Casinos. Heute betreibt Cashpoint mittlerweile mehr als 5.000 Wettbüros in Österreich, Dänemark, Großbritannien und Deutschland, wobei in der Bundesrepublik der Markenname Xtip verwendet wird, mit steigender Tendenz. Durch eine Lizenz aus Malta ist Cashpoint auch in der Lage seine gesamten Aktivitäten und Angebote in den Online Casinos in der gesamten EU anzubieten.

Im Bereich der Angebote im Internet, mit Sportwetten und Online Casinos, untersteht Cashpoint in der komplizierten Unternehmensstruktur von Gauselmann wiederum der Merkur Interactive Services GmbH, die alle Online-Gambling-Operationen innerhalb des Konzerns bündelt und neben Cashpoint und der Marke Xtip auch noch die Vertriebs-, Marketing-, Media, und Kundenbetreuungsaktivitäten von merkurmagic, cashino und Merkur-win steuert.

Wettpunkt-Verkauf spült Kohle in die Taschen des russischen Oligarchen

Der Verkauf der Wettpunkt Annahmestellen durch Cashpoint dürfte sich auch für den russischen Oligarchen Valentin Petrovich Bukhtoyarov lohnen, denn seit 2011 befand sich das Unternehmen im Besitz der Global Bet Holding GmbH mit Sitz in Wien, hinter der wiederum der Milliardär, der auf der Forbes-Liste Platz 52 der reichsten Russen einnimmt, steht. Bis zu seinem Einstieg in die Glücksspielindustrie verdiente Bukhtoyarov sein rund 1,8 Milliarden US-Dollar umfassendes Vermögen vor allem als Finanzvorstand und Vizepräsident des Kohlenminenunternehmens Sibuglemet Holding mit Sitz in Novokuznetsk. Als im Jahr 2011 der österreichische Gastronom und Wettpate Hannes Bohinc sich 32 Jahre nach der Gründung seiner Firma aus dem Geschäft zurückzog, gingen die damaligen Wettbüros von Wettpunkt und die Muttergesellschaft F.S.G.-Intercorpo in den Besitz des Russen über, der auch über seine Vorliebe zu Rennpferden, von denen er selbst eine ganze Menge besitzt, auch immer gute Kontakte in die Wettbranche gepflegt hatte. Trotz dessen über die Kaufsumme aller Wettpunkt Annahmestellen stillschweigen vereinbart wurde, dürfte sich der Verkauf für Valentin Petrovich Bukhtoyarov an die Gauselmann-Tochter Cashpoint gelohnt haben und somit werden wieder ein paar Milliönchen mehr auf dem Konto des Oligarchen landen.