CASAG VorstandsverträgeAlle Wahlergebnisse oder Volksbefragungen der letzten Zeit in der westlichen Welt kann man getrost als ein Votum gegen die "Eliten" betrachten. Ob Trump, Brexit oder die österreichische Bundespräsidentenwahl, überall hat sich eine wählende Mehrheit den Wahlempfehlungen oder dargestellten Trends der etablierten Medien widersetzt und überraschende Resultate geliefert. In Österreich ist der Anti-Eliten Kanditat zwar knapp durchgefallen, hat aber doch beinahe die Hälfte der wählenden Österreicher hinter seiner Kornblume scharen können. Was steht uns noch bevor? Die beliebte Marine Le Pen in Frankreich, Tochter eines echten Widerlings, hat auch das Zeug, auf den post-faktischen Zug aufzuspringen und wie in Deutschland die AFD gute Ergebnisse zu erziehlen.

Aber was ist nun diese Elite eigentlich?

Was die lieben Wähler nicht wissen (oder ohnedies wissen aber keine andere Wahl haben), ist dass, Sie höchstens eine Elite abwählen können aber im Gegenzug eine neue bekommen. "The Donald" hat das eindrucksvoll vorgeführt, indem er mittlerweile die üblichen Goldman-Sucks-Jungs gleich scharenweise in sein Kabinett oder Beraterstab berufen hat. Die Elite, das sind "die da oben", die gut vernetzt in der Hängematte liegen, enorm abkassieren und für diese Privilegien nichts anderes zu tun haben, als der grauen Masse zu erklären, was gut und böse sei.  Die Arroganz der Gutverdiener, die "Welcome" rufen und ihre Kinder in Privatschulen stecken. Die Überheblichkeit der pressegeförderten Journalisten, die selbst nicht mehr zwischen Fakten und Ideologie unterscheiden können. Die Heuchelei der Casinos Austria, die ein absurdes Monopol verwaltet und unter dem Deckmantel des Spielerschutzes keine Konkurrenz zulässt, aber gleichzeitig eine mässige Performance hinlegt und ein Sumpf von Pfründen für Günstlinge ist.

Die Vorstandsverträge wackeln

In unserem kleinen Zockeruniversum gelandet, möchten wir heute zwei Protagonisten einer Elite näher untersuchen, die es sich in staatlichen oder staatsnahen Unternehmen gemütlich gemacht hat. In dem Fall bei der  CASAG, oder Casinos Austria, um deren Übernahme es seit einiger Zeit eine Bieterschlacht gab, die derzeit ziemlich abgeschlossen zu sein scheint.

Zur Erinnerung: Die Novomatic wollte die Mehrheit an dem noch immer zu 30% in staatlicher Hand liegenden Unternehmen erlangen, was aber aufgrund einer potentiellen, marktbeherrschenden Stellung von der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde abgelehnt wurde. Nun muss sich die Novomatic mit dem Mitbieter, der tschechischen Szaka-Gruppe arrangieren um unter der 50%-Marke zu bleiben, jedoch zusammen die Kontrolle über die CASAG bekommen. Dabei wird nach neuesten Informationen, nun am 14.12. der Anteil der Bablik Stiftung von Novomatic gekauft und gleich and die Tschechen weitergereicht.

Nun haben aber Novomatic, Szaka und die anderen Aktonäre ein Problem. Die Vorstandsverträge von Karl Stoss und Dietmar Hoscher laufen aus und müssen, vertraglich vereinbart, noch 2016 verlängert oder gekündigt werden. Am 14. Dezember tagt der Aufsichtsrat der CASAG. der nun eine Entscheidung augrund des Vorschlages des Personalauschusses, der heute tagt, fällen sollte.

Der Personalauschuss der Casag besteht aus vier Personen, die wir hier nun mal so zum Spass als Pro oder Contra Stoss Verlängerung ausweisen.

Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner (+), Münze-Chef Gernard Starsich (-), VIG-Generaldirektorin Elisabeth Stadler (+/-), Rechtsanwalt Leonard Romig (Bablik Stiftung) (+/-)

Diese Personen müssen nun entscheiden ob dem Aufsichtsrat eine Verlängerung der Verträge vorgeschlagen werden soll. Aufgrund welcher Entscheidungsgrundlage nun? Ein riesiger Erfolg ist dieses Unternehmen mal objektiv über die letzten 10 Jahre gesehen nicht. Dazu kommt, dass man kaum den Novomatic und Szaka Herrschaften Vorstände hinsetzen kann, die, sagen wir mal gelinde ausgedrückt, nicht dem Bild eines Managers in einem privaten Unternehmen entsprechen. 

Jetzt bitte keine Neidebatte hier - Die Fallschirme

Es ist tatsächlich hart, einen staatlichen Monopolisten im Glückspielsektor zu führen. Übelmeinende Gemüter könnten sagen, dass auch ein Hydrant dieses Unternehmen führen könnte. Dieser wäre jedenfalls öfter präsent, denn es ist nicht nur in den Gängen der CASAG bekannt, dass sich Karl Stoss mehr in der Welt auf Reisen (die "profitablen" Auslandsengagements der Casinos Austria oder die olympischen Spiele müssen ausführlich besucht werden!) als im Büro befindet. Dafür hat Stoss auch 35 Urlaubstage im Vertrag (warum eigentlich?) und einen Dienstwagen mit Fahrer (natürlich auch für Privatfahrten).

Karl Stoss sieht der Diskussion jedenfalls eher gelassen entgegen. Denn er hat gut gezockt und seine fette Betriebspension (62% des Gundegehaltes plus Durchschnitt der Boni der letzten 5 Jahre) mit Vollendung des sechzigsten Lebsjahres (falls Sie länger arbeiten müssen, Pech gehabt)  bereits ins Trockene gebracht.  Denn für Ihn stellt sich eigentlich nur noch die Frage, ob er weiter im Unternehmen oder nun doch ausserhalb des Unternehmens hoch bezahlt spazieren geht.

Dietmar Hoscher, verdient mit Fixum sogar noch mehr als Stoss. Er hat sich zwar noch keine Pension verdient, doch sollte er als Vorstand abgesetzt werden dann wird der arme Mann Generalbevollmächtigter der Casinos Austria! Also zurück in die zweite Linie, husch, husch. Das Gehalt bleibt aber das gleiche. Noch ein pikantes Detail am Rande: Dietmar Hoscher ist anscheinend so wichtig für den Fortbestand des Unternehmens, dass sogar der österreichische Bundeskanzler Kern für ihn und seine Vertragsverlángerung interveniert haben soll. Der kennt sich doch mit profitablen Staatsunternehmen aus, hat er doch jahrelang erfolgreich die Verluste der Östereichischen Bundesbahnen minimiert.

Die Nebenjobs - die Leute arbeiten wirklich hart!

Die Eliten arbeiten hart und da Sie auch effizient arbeiten, bleibt natürlich noch etwas Zeit für Nebenjobs. Eine kurze Recherche auf Google genügt um nur ein paar der Nebenjobs von den Herren ans Tageslicht zu bringen.

Karl Stoss ist seit Oktober 2009 Präsident des Österreichischen Olympischen Comités (ÖOC) und seit August 2016 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC)., Präsident der Österreichisch-Liechtensteinischen Gesellschaft, Mitglied des Universitätsrates der Universität Wien, Vorstandsmitglied im Vienna Economic Forum, Beirat der Signa Real Estate Gruppe.

Und falls Sie sich mal gefragt haben, wo die Münzen, die Sie an den Slots, beim Rubbellos oder am Roulettetisch liegen gelassen haben, dann haben wir die Antwort!

Dietmar Hoscher scheint als Ex-Politiker beinahe noch nebenbeschäftigter als Karl Stoss zu sein, wie seinem Lebenslauf zu entnehmen ist. Vorsitzender des Kuratoriums des SK Rapid Wien, Mitglied des ORF-Stiftungsrates, die künstlerische (!) Leitung des Vienna Blues Springs Festivals, Vizepräsident des Wiener Wirtschaftsklubs, Mitglied des „Kuratoriums Sicheres Österreich.

Vielleicht sind ein paar der Aktivitäten mittlerweile abgelaufen, das ist aus den Lebensläufen und Wikipedia nicht zu eruiren. Wir trauen uns jedoch fast zu wetten, dass es noch mehr Jobs gibt, die wir halt auf Google nicht finden...

PS. Hier für unsere Feinschmecker eine Zusammenfassung des Vorstandsvertrages von Karl Stoss

Allgemein:

  • Ursprünglicher Vertrag gültig bis 31.12.2016.
  • Am 9.12.2015 verlängert für ein Jahr bis 31.12.2017.
  • Im November/Dezember 2016 wird über die Verlängerung auf eine weitere Periode (fünf Jahre) entschieden.

Nebenbeschäftigungen:

  • Verpflichtet, „seine beruflichen Tätigkeiten ausschließlich der Gesellschaft zu widmen“.
  • Andere Beschäftigungen oder Funktionen nur mit Zustimmung des AR.
    • Andere Dienstverträge, oder Konsulentenverträge, sofern es sich um entgeltliche Erwerbstätigkeiten handelt.
    • Direkte, oder indirekte Beteiligungen an einem in-, oder ausländischen Unternehmen.
    • Mitgliedschaften in Organen anderer Gesellschaften, etwa als Mitglied des Vorstandes, AR, oder eines Beirates.

Bezüge:

  • Seit 1.1.2007 EUR 500.000,- brutto/Jahr (seit 1.1.2016: EUR 550.000,-)
  • Bonus: 1,3% der Bemessungsgrundlage (=Konzernergebnis der Casinos Austria AG-Gruppe nach Steuern und vor Abzug der auf andere Gesellschaften entfallenen Minderheitsanteile)
  • Bonus: Bei Erreichung von festgelegten Zielen (bei 100%-Erreichung: max. 0,3% der Bemessungsgrundlage wie oben)

Sonstige Bonifikationen:

  • Dienstwagen der Oberklasse plus Chauffeur (auch für Privatfahrten).
  • Unfallversicherung
  • 6-Monatige Fortzahlung der Bezüge bei Verhinderung durch Unfall, oder Krankheit. (AR kann Zeitraum erstrecken)
  • 35 Arbeitstage bezahlten Urlaub.
  • Abfertigung: 1 Jahresbezug, plus Durschnitt der Boni der letzten drei Jahre.

Pensionsregelung:

  • Anspruch auf Betriebspension mit Vollendung 60. Geburtstag (*26.11.1956).
  • 60% der Bemessungsgrundlage (=letztes Jahresbruttogehalt, plus Durchschnitt der Boni der letzten fünf Jahre).
  • Bei Beschäftigung über 60. Lebensjahr hinaus: 70%.
  • EUR 328.500,-, max. EUR 550.000,-
  • Plus Ansprüche aus gesetzlicher Pensionsversicherung.
  • Bei Ableben geht Anspruch in Höhe von 60% auf Witwe über.
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CASAG Vorstandsverträge – die Futtertröge der Eliten
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Danke für lhre Wertung!
Von GH | 12. Dezember 2016 | Kategorien: Wirtschaft | Labels: , , , , , |

Über den Autor: GH

GH
Ich bin in der Regel für unsere englischsprachigen Webseiten zuständig. Dennoch helfe ich immer gerne auch auf Casinobonus360.de aus. Neben den Nachrichten bin ich vor allem für die tollen Bonusangebote zuständig. Ich mag Surfen, Skifahren und Casinos. Kontaktieren Sie mich jederzeit auf Twitter

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