CASAG-DealManchmal geschehen noch Wunder. Der österreichische Glücksspielkonzern Novomatic, der bekannt für seine zahlreichen Spielbanken und Online Slot Automaten wie Book of Ra ist und die Sazka-Gruppe aus Tschechien haben sich endlich an einen Tisch gesetzt und das Kriegsbeil begraben. Ziemlich lange schwelte der Konflikt der beiden milliardenschweren Unternehmen wegen der Übernahme der Casino-Austria-Gruppe. Die CASAG, mit ihren Spielbanken, der Online-Plattform und der Lotteriegesellschaft würde für beide Parteien einen deutlichen Zugewinn bei der strategischen Ausrichtung bedeuten. Allerdings konnten die Tschechen und die Österreicher lange Zeit nicht miteinander und bekämpften sich wegen dem Filetstück bis aufs Messer. Vor rund einem Monat platzte dem Finanzminister Hans Jörg Schelling bei den Thema endgültig der Kragen und er verlangte von den Streithähnen einen tragfähigen Kompromiss, damit endlich Ruhe einkehrt. Nur sehr selten lassen sich Unternehmen in ihre Pläne von der Politik hineinreden, doch dieses mal scheint der Appell tatsächlich etwas bewirkt zu haben.

CASAG-Deal: Wenn aus Feinden Freunde werden

Lange Zeit sah es nicht gerade danach aus, dass die zwei sich verbittert bekriegenden Unternehmen Novomatic und Sazka sich doch noch einigen könnten. Jetzt geht jedoch alles auf einmal ganz schnell und aus den Konkurrenten werden plötzlich Partner. Ein neu gegründetes Joint Venture wird jetzt insgesamt 51 Prozent der Anteile an der CASAG halten. Die Novomatic AG wird ihre eigenen 40 Prozent der Anteile an der CASAG mit den 11 Prozent der Sazka-Gruppe zusammenlegen. Zusätzlich wollen die Österreicher noch ihre Beteiligungen an der Österreichischen Lotteriengesellschaft mit in die Waagschale werfen. Da die Mitgift für die neue Ehe von der österreichischen Seite weitaus höher ausfällt, werden die Tschechen einen Ausgleich beisteuern. Wie dieser sich allerdings zusammensetzen soll wurde nicht bekannt. Das neu gegründete Joint Venture wird in Zukunft von beiden Seiten je zur Hälfte geführt werden, aber mit unterschiedlichen Aufgabenfeldern. So übernimmt Novomatic die Federführung in der CASAG in dem Bereich der Spielbanken sowohl im Inland wie auch im Ausland und die Verantwortung im Onlinegeschäft. Die Sazka-Gruppe wiederum wird sich um die Expansion bei den Lotterien und den Sportwetten kümmern. Diese gemeinsame Aufteilung der einzelnen Bereiche ist für beide großen Player im internationalen Glücksspielmarkt von Vorteil.

Jeder darf seine Stärken einbringen

CASAG-DealDie Expertise von Novomatic zeichnet sich vor allem im Betrieb der eigenen Spielbanken und der Herstellung von Online Casino Spielen oder Slot Automaten für landbased Casinos aus. Durch die Übernahme der Casino-Austria-Gruppen werden hier einige positive Synergien für das global agierende Unternehmen entstehen. Die Kompetenzen der tschechischen Sazka-Gruppe wiederum liegen ganz klar im Bereich des Lotto. So war im vergangenen Jahr das Unternehmen der am stärksten wachsende Lotteriebetreiber der Welt. Die beieindruckenden Zahlen sprechen ein klare Sprache, wer hier zueinander gefunden hat. Der Umsatz von Novomatic schrammte im letzten Jahr nur knapp an 4 Milliarden Euro vorbei. Sazka, die die Investment-Gruppen KKCG und Emma Capital vertritt und über die letztere auch der größte Aktieninhaber des Glücksspielkonzerns OPAP ist, kann im Jahr 2015 auf einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro verweisen. Gemeinsam bringen es die zwei Schwergewichte somit auf über 8 Milliarden Umsatz und über einer Milliarde Gewinn.

Bis zur Zustimmung der Wettbewerbshüter wird Novomatic allein bei der CASAG regieren

Bevor jedoch in Österreich und Tschechien die Korken knallen und der Champagner in die Kehlen fließen kann, haben die Wettbewerbshüter in verschiedenen Ländern noch ein Wörtchen mitzureden. Deshalb wird Novomatic für die nächsten Monate die Geschäfte der CASAG allein führen und auch sein Anmeldeverfahren bei der Bundeswettbewerbsbehörde auch nicht zurückziehen, denn nur so kann Novomatic sofort auf das operative Geschäft der CASAG Einfluss nehmen. Bis Ende des Jahres sollen dann alle Formalitäten für das Joint Venture geklärt sein und der kleinen Eheschließung, unter den neuen Freunden, dürfte dann nichts mehr im Wege stehen.