Für Caesars Entertainment wird die langsame Erholung von Las Vegas zunehmend zu einem Problem. Auch im dritten Quartal 2020 waren die Zahlen nicht gut. Caesars Entertainment ist ein finanzstarker Konzern, aber die künftige Strategie wird stark davon abhängen, wie gut der Konzern durch die Krise kommen.

Deutlicher Umsatzeinbruch auch im dritten Quartal

Las Vegas StripCaesars Entertainment ist einer der großen amerikanischen Glücksspielkonzerne. Zahlreiche Casinos in Las Vegas und an anderen Standorten gehören zum Portfolio. Im dritten Quartal 2020 konnte Caesars Entertainment einen Umsatz von 1,84 Milliarden Dollar erzielen. Für sich genommen ist das eine beeindruckende Zahl. Aber der Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass viel Luft nach oben bleibt. Der Umsatz ist um 34,3 Prozent niedriger als im Jahr 2019. Das ist ein erheblicher Einschnitt, der in dieser Form nicht unbedingt erwartet worden war. Viele Analysten hatten gehofft, dass vor allem Las Vegas sich im dritten Quartal 2020 stärker holen würde. Aber zuletzt mussten die Hygienevorschriften sogar wieder verschärft werden, da die Situation insgesamt schwieriger geworden ist. Für die Casinos in Las Vegas bedeutet dies: Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis sich die Nachfrageseite wieder erholt. Ein großes Problem ist, dass die Touristen ausbleiben. Darüber hinaus sind in diesem Jahr praktisch alle Messen ausgefallen. Die Messen sind ein wichtiger Faktor für das wirtschaftliche Ergebnis, denn die Messebesucher werden nach Feierabend in der Regel zu Casino-Kunden. In diesem Jahr muss Las Vegas vor allem von den Kunden leben, die in der Region leben.

Schaut man sich den aktuellen Quartalsbericht von Caesars Entertainment etwas näher an, stellt man fest, dass die Situation direkt in Las Vegas noch schlechter war als insgesamt. Ein Umsatz von 391 Millionen Dollar mit den Immobilien in Las Vegas wirkt für sich genommen auch wieder wie eine starke Zahl. Aber im Vergleich zum Vorjahr heißt dies, dass der Umsatz um 54,9 Prozent zurückgegangen ist. Das bedeutet wiederum, dass die kleineren Casinos im Portfolio von Caesars Entertainment in den USA und Kanada besser gelaufen sind als die großen Casinos in Las Vegas. Auch das lässt sich gut erklären: Der Standort Las Vegas ist sehr stark abhängig von Besuchern, die nicht aus der Region kommen. Dagegen funktionieren die kleineren Casinos vor allem auf der Basis von Kunden aus der direkten Umgebung. Es wird schwierig sein für Caesars Entertainment, das Ergebnis im vierten Quartal deutlich zu verbessern. Die Situation hat sich eher verschlechtert im Vergleich zum dritten Quartal. Wenn die Krise noch lange dauern sollte, könnte Caesars Entertainment tatsächlich irgendwann in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Aber ist gibt gute Gründe zu glauben, dass es dazu nicht kommen wird. Zudem ist der Konzern nach wie vor finanzstark.

Wichtige Investitionen trotz Krise möglich

Grundsätzlich sieht sich Caesars Entertainment auf einem guten Weg. Die aktuelle Situation ist unbefriedigend. Aber das liegt nicht daran, dass Caesars Entertainment falsche Entscheidungen in der Vergangenheit getroffen hätte. Positiv ist in jedem Fall, dass mittlerweile fast alle Casinos des Konzerns in Nordamerika wieder geöffnet sind. Auch wenn an nahezu allen Standorten die Umsätze nicht auf dem Vorjahresniveau sind, ist das doch ein Zeichen dafür, dass der Konzern handlungsfähig ist. Noch viel wichtiger dürfte aber langfristig sein, dass Caesars Entertainment in diesem Jahr dazu in der Lage war, William Hill zu kaufen. Der britische Glücksspielanbieter gehört mittlerweile zum Portfolio von Caesars Entertainment. Der Plan für die nächsten Monate ist es, das US-Geschäft abzukoppeln und dann den Rest von William Hill sofort zu verkaufen. Der Hintergrund ist ganz einfach: Caesars Entertainment will in das Sportwetten-Geschäft einsteigen und setzt dafür auf die Expertise von William Hill. Zudem hat William Hill bereits ein umfassendes Netzwerk mit zahlreichen stationären Wettbüros in den USA etabliert.

Auch das Geschäft mit Online-Glücksspiel und Online-Sportwetten wird für Caesars Entertainment in den nächsten Jahren deutlich wichtiger. Vielleicht wird es auch bald zahlreiche Online Casinos von Caesars Entertainment geben. Im Moment liegt der Fokus auf den Online-Sportwetten. Aber generell hat sich in diesem Jahr gezeigt, dass es keine schlechte Idee wäre, auch Online-Glücksspiele im großen Stil anzubieten. Genauso wie bei den Online-Sportwetten haben sich die rechtlichen Voraussetzungen in den USA auch beim Online-Glücksspiel positiv entwickelt. Einige Bundesstaaten erlauben bereits Online-Spielbanken. Demnächst wird es wahrscheinlich viele Bundesstaaten geben, die Lizenzen für Online-Spielbanken vergeben. Caesars Entertainment muss genauso wie die meisten anderen Glücksspielanbieter, die im stationären Geschäft verhaftet sind, in diesem Jahr mit Einbußen leben. Aber das ändert nichts daran, dass der Konzern strategisch gut aufgestellt ist. In den nächsten Jahren wird der Online-Glücksspielmarkt in den USA erheblich wachsen. Davon könnte Caesars Entertainment profitieren. Wenn alles gut läuft, wird das Jahr 2020 nicht mehr als eine unschöne Fußnote in der erfolgreichen Geschichte von Caesars Entertainment werden.

Hier mehr über die Probleme von Caesars Entertainment in Las Vegas lesen (auf Englisch).