donauversicherung - BWb _ CAME HoldingDie Bundeswettbehörde (BWB) in Wien und der Bundeskartellanwalt genehmigen mit Wirkung vom 17.10.2015 den Kauf der CAME Holding GmbH durch die Austrian Gaming Holding a.s. (AGH). Damit ist es nun offiziell: die tschechischen Milliardäre Karel Komarek und Jiri Smejc sind nun durchgerechnet mit knapp über 11 % an den Casinos Austria AG (CASAG) beteiligt.

CASAG: Tschechische Miliardäre sind drin

Mitte September wurde bei der BWB der Ankauf der 100% Geschäftsanteile an der CAME Holding GmbH (damals im Eigentum der Vienna Insurance Group - VIG) angemeldet. Mit der nun vorliegenden und heute veröffentlichten Nichtuntersagung hält die AGH nun 29,33 % der Anteile an der Medial Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H, die wiederum 38,29% der Aktien der CASAG) hält. Durch den Erwerb der CAME erhält AGH somit indirekt (durchgerechnet) eine Beteiligung von 11,35% an CASAG. In den letzten Wochen und Monaten und vor allem in der letzten außerordentlichen Hauptversammlung der CASAG Anfang Oktober in Wien wurden viele Deals besprochen und vereinbart. Aber formell ist nun der Einstieg von Komarek und Smejc der bis dato einzig tatsächlich abgeschlossene. Offiziell kann jeder Unternehmer, dessen rechtliche oder wirtschaftliche Interessen durch den Zusammenschluss berührt werden binnen 14 Tagen ab dieser Bekanntmachung gegenüber der BWB oder gegenüber dem Bundeskartellanwalt eine schriftliche Äußerung abgeben.

Austrian Gaming Holding vs. ÖBIB

Damit geht wohl das Match zwischen der AGH und NOVOMATIC bzw. der Republik Österreich (vertreten durch den Anteilseigner, der Österreichischen Bundes- und Industriebetreiligungs GmbH, ÖBIB) in die nächste Runde. Es wird daran erinnert, dass die ÖBIB in besagte außerordentlichen Hauptversammlung die Übertragung der in der CAME Holding gebündelten Aktien an die Austrian Gaming Holding a.s. (AGH) ihre Zustimmung aus wichtigem Grund versagt hat (wir haben berichtet: /casag-oebib-zeigt-komarek-und-smejc-die-lange-nase-1227/). Nachdem die AGH wohl auf diese Entscheidung der BWB gewartet und sich erstaunlich still verhalten hat, werden wohl jetzt die nächsten rechtlichen Schritte direkt folgen. Immerhin werden die in der außerordentlichen Hauptversammlung geäußerten „wichtigen Gründe“ der ÖBIB als nicht zutreffend abgelehnt. Versöhnliche Töne gegenüber dem Finanzminister sollten hier die Türe offen halten und nicht unnötiges Porzellan zerschlagen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn u.a. die unüberlegten Äußerungen des Finanzministers gegenüber einer tschechischen Beteiligung jetzt zu einem gerichtlichen Nachspiel führen. Dass Komarek/Smejc weitere Beteiligungen anstreben ist kein Geheimnis. Aber auch der Weg über die Medial- Beteiligungsgesellschaft ist den Tschechen derzeit versperrt. Denn die CASAG (besitzt 0,03 % der Medial- Beteiligungsgesellschaft) hat durch ihr Vetorecht Gebrauch gemacht und per Zusatzbeschluss wurden im Rahmen der außerordentlichen CASAG-Hauptversammlung alle weiteren Zukäufe durch die CAME Holding von CASAG-Aktien untersagt. NOVOMATIC bitte warten Nach Angaben von Insidern hat die NOVOMATIC ihre geplanten und vereinbarten Aktienaufkäufe bei der BWB noch nicht angemeldet. Letzten Informationen nach werden die entsprechenden Unterlagen derzeit vorbereitet und Vorgespräche geführt. Angezeigt werden soll ein Erwerb von zumindest 41 Prozent der CASAG und der Einstieg bei den Österreichischen Lotterien (NOVOMATIC hält inzwischen 23,1 % der Lotterien). NOVOMATIC rechnet damit, dass ab Antragstellung die Wettbewerbsbehörden drei bis sechs Monate bis zur die Prüfungen abgeschlossen sind. Denn immerhin muss dieser Deal von insgesamt 30 Behörden weltweit genehmigt werden, da die NOVOMATIC International ein weltweit tätiges Unternehmen ist.

Bereitet ÖBIB Teilverkauf vor?

Warum sich die NOVOMATIC mit der Anmeldung bei der BWB so viel Zeit lässt ist nicht ganz verständlich. Aber möglicherweise möchte der niederösterreichische Glücksspielkonzern aus Gumpoldskirchen noch weitere Entwicklungen abwarten. Es geht das hartnäckige Gerücht um, dass die Republik Österreich seine Anteile an der CASAG im Lichte der neuesten Entwicklungen von derzeit 33,24 % auf eine Sperrminorität plus eine Aktie reduzieren möchte/muss. Hintergrund ist wohl die misslungene Strategie des österreichischen Finanzministers Hans-Jörg Schelling die CASAG wieder zu verstaatlichen und dann über die ÖBIB und mit Gewinn auf den Markt zu bringen. Nachdem die tschechischen Milliardäre Komarek und Smejc mit ihrem Kauf der CAME Holding diesem Ansinnen ein jähes Ende und der Wert der CASAG - Aktien dadurch gestiegen ist, wird darin wohl eine Möglichkeit gesehen, das Gesicht zu wahren und zumindest finanziell gut auszusteigen. Möglicherweise steht die NOVOMATIC auch für diese Anteile bereit. Frisches Geld wäre ja ausreichend vorhanden, wenn man bedenkt, dass letzte Woche über den internationalen Markt Schuldscheine von 275 Mio Euro erfolgreich an den Mann/die Frau gebracht wurden.