Die britische Glücksspielbehörde (UK Gambling Commission) hat bekannt gegeben, dass im Laufe der letzten zwölf Monate Strafzahlungen in Höhe von 21,8 Millionen Pfund veranlasst wurden. Die betroffenen Anbieter mussten die Strafen für Verstöße gegen die Regeln der renommierten Behörde bezahlen.

UK Flagge England Big Ben CasinoMehr als 160 Ermittlungen von UK Gambling Commission

Im aktuellen Enforcement Report dokumentierte die britische Glücksspielbehörde, dass im Laufe der letzten zwölf Monate über 160 Ermittlungen stattgefunden haben, in denen es darum ging, Vorwürfe gegen Sportwettenanbieter und andere Glücksspielanbieter zu untersuchen. Die UK Gambling Commission lizenziert Sportwettenanbieter und Online Casinos. Bei den aktuellen Zahlen wird nicht unterschieden zwischen den Sparten. Vermerkt ist allerdings, dass die lizenzierten Anbieter insgesamt Strafen in Höhe von 21,8 Millionen Pfund bezahlen mussten. Das ist eine stattliche Summe, die eindrücklich dokumentiert, dass es nach wie vor viele Firmen gibt, die sich nicht an die Regeln der britischen Glücksspielbehörde halten. Das ist nicht ungewöhnlich. Auch in anderen Branchen gibt es fast immer einzelne Marktteilnehmer, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht an die vorgegebenen Regeln halten. Entscheidend wird am Ende sein, ob sich die britischen Behörden durchsetzen werden gegen diese Problemfälle.

Die UK Gambling Commission hat den Anspruch, einen sicheren und fairen Sportwetten- und Glücksspielmarkt zu schaffen. Manche Experten kritisieren, dass die aktuellen Zahlen im Enforcement Report zu hoch seien. Aber es ist auch möglich, genau das Gegenteil zu behaupten: An den hohen Strafen wird deutlich, dass die britische Glücksspielbehörde sehr wohl dazu in der Lage ist, problematische Verhaltensweisen zu sanktionieren. Grundsätzlich muss es sich zudem nicht immer um absichtliches Fehlverhalten handeln. Die Regeln der UK Gambling Commission sind mittlerweile komplex und gerade für die kleineren Firmen ist es manchmal nicht einfach, alle Vorschriften hinsichtlich Compliance und Spielerschutz schnell umzusetzen. Aus diesem Grund hat die UK Gambling Commission ein Programm aufgelegt, das dazu beitragen soll, dass die Anbieter besser informiert werden über die geltenden Regeln. Vor allem für kleine Firmen, die nicht genügend Personal haben, um die aufwendigen Compliance-Regeln auf höchstem Niveau eigenständig umzusetzen, dürfte die Unterstützung durch die britische Glücksspielbehörde enorm hilfreich sein.

Britischer Glücksspielmarkt noch nicht optimal reguliert

Mehr als die Höhe der Strafen zeigt die Anzahl der Ermittlungen, dass der britische Glücksspielmarkt noch einige Verbesserungen benötigt. In den letzten Jahren hat die UK Gambling Commission bereits einiges erreicht, aber es ist offensichtlich, dass es nötig ist, weitere Schritte zu gehen. In Großbritannien ist die Regulierung des Glücksspiels in den letzten Jahren zu einem immer größeren Thema geworden. Vor allem das landbasierte Angebot musste sich zuletzt immer stärkeren Beschränkungen unterwerfen. Aber auch für Buchmacher und Casinos im Internet sind die Zeiten härter geworden. Letztlich haben alle Beteiligten ein großes Interesse daran, eine vernünftige Regulierung über die britische Glücksspielbehörde zu erreichen. Vor allem die großen Firmen in Großbritannien sind daran interessiert, ohne weitere Gesetzesänderungen die Gesamtsituation zu verbessern. Gesetzesänderungen führen meist zu strengeren Regeln und das möchten die britischen Firmen nach Möglichkeit vermeiden.

Letztlich geht es immer darum, einen möglichst guten Spielerschutz zu erreichen. Damit das funktioniert, genügt es aber nicht, eine strenge Regulierungsbehörde zu haben. Vielmehr müssen die Casino-Betreiber und Sportwettenanbieter auch eigenständig dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden und dass der Spielerschutz auf einem hohen Niveau ist. Gleichzeitig müssen sich die britischen Firmen aber auch mit dem nahenden Brexit auseinandersetzen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die mit dem EU-Austritt von Großbritannien einhergehen, sind schwer abzuschätzen. Viele britische Firmen sind bereits nach Malta oder Gibraltar ausgewandert. Zumindest die großen Anbieter haben wenigstens Dependancen in diesen beiden Jurisdiktionen. Großbritannien kann jetzt und in Zukunft kaum auf die hohen Einnahmen aus dem Sportwetten- und Glücksspielbereich verzichten. Zugleich ist es aber wichtig, vernünftige Regeln umzusetzen. Der aktuelle Enforcement Report zeigt, dass die UK Gambling Commission kein zahnloser Tiger ist. Aber es ist noch viel zu tun, bis der britische Glücksspielmarkt auch bei der Regulierung auf absolutem Top-Niveau ist.