Bitcoin und PayPal, sind dies die ersten dunklen Wolken am soeben erst wieder erstrahlten Himmel? Erst vor wenigen Wochen durchlief eine Welle von positiven Vibrationen den Markt der Anleger, als nämlich einer der größten Zahlungsdienstleister PayPal verkündete, ab sofort auch den Handel und Bezahldienste mit Kryptowährungen zuzulassen. Dies hatte zur Folge, dass auf der einen Seite der Kurs von PayPal rasant stieg und auf der anderen Seite die bekannteste Kryptowährung Bitcoin ein bisher nicht erreichtes Allzeithoch zu verzeichnen hatte. Ob dies auch für Online Spielotheken gilt ist noch nicht bekannt. Doch nun sperrte PayPal das Konto eines Nutzers, der eben mit dieser Kryptowährung gehandelt hatte. Was in dem Geschäftsfeld der seriösen Online Casinos schon fast Gang und Gäbe ist, wird sich vermutlich auch auf andere Bereiche übertragen lassen und dort einen festen Platz finden. So werden sich die Einzahlungs- und Auszahlungsmodalitäten sicherlich in nächster Zeit weiterhin verändern.

Schon alles vorbei mit dem Bitcoin Hype?

Kryptowährung BitcoinIm Oktober dieses Jahres verkündete PayPal nicht ohne Stolz, dass es nun in den Vereinigten Staaten von Amerika möglich sei, Bitcoins und andere Kryptowährungen über die hauseigene Plattform kaufen, verkaufen und verwahren zu können. Als ein weiterer Schritt wurde angekündigt, dass es ab Anfang 2021 auch möglich sei, bei Händlern mit Kryptowährungen zu bezahlen, zudem soll dieses Angebot auch noch auf weitere Länder ausgedehnt werden. Das alles verhalf sowohl Bitcoin, als älteste und bekannteste Kryptowährung, und auch dem Unternehmen selbst, zu sehr großen Kurssteigerungen an der Börse. Nun berichtete aber ein Nutzer auf der Plattform Reddit, dass sein Konto durch PayPal eingeschränkt worden sei und der Zahlungsdienst von ihm Informationen zu zehn verschiedenen Verkäufen haben wollte, die im Zusammenhang mit "Dip Buys" und "High Sells" von Kryptowährungen im Zeitraum von einer Woche stehen. Der User hatte demnach bei fallenden Kursen gekauft und bei stark steigenden Kursen wieder verkauft. Ein bei Fachleuten nicht ganz unumstrittenes System, das dazu dient, möglichst sicher Gewinne zu generieren. u/TheCoolDoc, wie der User sich auf Reddit nennt, erklärte, dass man auf ihn aufmerksam geworden sei, weil er in einer Woche Artikel im Wert von 10.000,- US Dollar verkauft habe. Seine Versuche gegenüber PayPal dieses Verhalten zu erklären, ob es nun durch Einreichung verschiedenster Dokumente oder telefonischer Kontaktaufnahme erfolgt sei, zeigte allerdings keinerlei Wirkung, und so sei sein Konto am anderen Tag gesperrt worden. „Nach einer Überprüfung haben wir uns entschlossen, Ihr Konto aufgrund des potenziellen Risikos dauerhaft zu beschränken. Mit PayPal können Sie keine weiteren Geschäfte tätigen", zitiert u/TheCoolDoc den Zahlungsdienstleister PayPal.

u/TheCoolDoc führte in seinem Beitrag weiter aus, dass er ein Telefongespräch mit einer Mitarbeiterin von PayPal geführt habe. Dabei seien sie gemeinsam die Transaktionshistorie durchgegangen, und er hätte der Mitarbeiterin den ein oder anderen Begriff erklärt. Zwar habe die Mitarbeiterin einsehen können, dass es wohl zu einem Fehler gekommen sei, da der Nutzer bei "PayPal Crypto" nur von PayPal gekauft und wieder an PayPal zurückverkauft habe, aber sie war nicht in der Lage zu entscheiden, sein Konto wieder freizuschalten. Zwar nicht sofort, aber mit einer gewissen Verzögerung, hat das Telefongespräch dann wohl doch eine positive Wirkung gehabt, denn er vermerkte auf seinem Reddit Tweet, dass sein Konto mittlerweile wieder geöffnet sei. Zwar habe er nun keinen Zugriff mehr auf "Funds Now", ein Programm von PayPal für ausgewählte Verkäufer, die damit schneller Zugriff auf das Geld aus Ihren abgeschlossenen Verkäufen erhalten sollen, das sich in Ihrem PayPal-Konto befindet, doch „in der Not frisst der Teufel Fliegen", so kommentiert u/TheCoolDoc den Beitrag etwas lakonisch.

Pay Pal: Zu Recht gehandelt oder nicht?

Natürlich kam es zu Diskussionen über diesen Beitrag. Dabei wurden sowohl zustimmende als auch ablehnende Haltungen eingenommen. Zustimmend insoweit, als dass diese Nutzer wohl auch schon negative Erfahrungen mit PayPal gemacht hatten und sich somit nicht verwundert über das Verhalten des Dienstleisters zeigten. Ablehnend insoweit, als dass PayPal zugestanden wurde, keine Krypto-Börse zu sein, bei der es darum geht, spekulativ mit der Währung zu handeln. Nun wird es wohl erst die Zukunft zeigen, wie PayPal den Bereich der Kryptowährungen weiter behandelt. Vielleicht ist es sinnvoll, genauere Rahmenbedingungen festzulegen und zu kommunizieren, so dass User einen klar definierten Bereich haben, in welchem sie sich bewegen können. Dass das Bezahlen mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen nicht mehr aufzuhalten ist, zeigt auch das Engagement anderer Zahlungsdienstleister, die in diesem Bereich massiv investieren. Die anfängliche Verunsicherung wird sicherlich einem routinierten Umgang weichen und so zu mehr Zufriedenheit und einem größeren Vertrauen führen. Man darf gespannt sein.