Berlin macht Ernst. Die Berliner Polizei hat erneut eine Razzia in Spielhallen und Wettbüros gemacht, um gegen illegales Glücksspiel vorzugehen. Das übergeordnete Thema bei dieser Razzia ist aber ein anderes: Bandenkriminalität. Zusammen mit der Steuerfahndung und den Ordnungsämtern der Stadt konnten in Treptow-Köpenick und Spandau beachtliche Erfolge erzielt werden.

Polizei Handschellen CasinoGroßer Teil der gefundenen Spielautomaten beanstandet

Bei der aktuellen Razzia wurden insgesamt 27 Spielhallen, Kneipen und Wettbüros kontrolliert. Insgesamt wurden dabei 76 Spielautomaten und Wettautomaten einer umfassenden Kontrolle unterzogen. Das Ergebnis ist erschreckend: 74 Prozent der kontrollierten Spielgeräte wurden beanstandet. In diesem Fall bedeutet das aller Wahrscheinlichkeit nach, dass eine illegale Manipulation stattgefunden hat. Darüber hinaus konnten bei der Razzia zwölf Straftaten zur Anzeige gebracht werden. In den meisten Fällen wurde illegales Glücksspiel angezeigt. Zudem konnten 43 Ordnungswidrigkeiten ermittelt werden. Der ungewöhnlichste Fund: In einer Kneipe wurden zwei Kilo Shisha-Tabak, der nicht verzollt war, beschlagnahmt.

Die aktuellen Ergebnisse der Razzia zeigen, dass das Problem riesig ist. Wenn fast drei Viertel der untersuchten Spielautomaten beanstandet werden müssen, bedeutet das für Automaten-Fans, dass es zu einem echten Glücksspiel wird, einen fairen Slot in den betroffenen Stadtteilen zu finden. Zudem ist die Situation wahrscheinlich in anderen Vierteln der Stadt auch nicht grundsätzlich besser. Viele Kasino-Spieler sind längst in die besten Online Casinos abgewandert, um in einer sicheren Umgebung ihrem Hobby nachgehen zu können. Immerhin ist der Berliner Senat aber mittlerweile darum bemüht, zusammen mit der Polizei, den Ordnungsämtern und der Steuerfahndung das massive Problem zu bekämpfen.

Berlin im Kampf gegen illegales Glücksspiel und Bandenkriminalität

Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Glücksspiel-Angebote in Berlin von kriminellen Banden kontrolliert werden. Um den Profit zu optimieren, werden Spielautomaten häufig manipuliert. Darüber hinaus gibt es die klassischen illegalen Glücksspiel-Angebote, zum Beispiel Poker im Hinterzimmer. Das Ziel all dieser Aktivitäten ist die Maximierung von Profit, möglichst steuerfrei und unkompliziert. Lange Zeit war das in Berlin ein sehr lukratives Geschäft, bei dem die Banden nur bedingt von der Polizei und der Politik belästigt wurden. Doch der Wind hat sich gedreht. Der Berliner Senat hat einen neuen 5-Punkte-Plan vor einigen Monaten vorgestellt, um die Bandenkriminalität massiv zu bekämpfen.

Ein wichtiger Ansatzpunkt besteht darin, die Einnahmequellen der Banden im Glücksspiel-Bereich zu reduzieren. Durch regelmäßige Razzien sollen illegale Anbieter vom Markt getrieben werden. Die aktuelle Razzia zeigt, dass die grundsätzliche Idee gut ist. Aber in einer Großstadt wie Berlin sind 76 Spielautomaten nur ein Bruchteil des gesamten Angebotes. Insofern ist noch viel zu tun, um eine wirkungsvolle Politik gegen das illegale Glücksspiel durchzusetzen. Immerhin wird aber überhaupt etwas versucht. Die Bemühungen müssten aber nach Meinung vieler Experten noch deutlich umfangreicher werden, damit die kriminellen Banden in Berlin mehr unter Druck geraten. Aber ein Anfang ist immerhin geschafft.

Geldwäsche beim illegalen Glücksspiel großes Problem

Das illegale Glücksspiel wird von den kriminellen Banden in Berlin nicht nur genutzt, um Einnahmen zu generieren. Darüber hinaus sind Spielhallen beispielsweise auch gut geeignet, um Geld zu waschen, das von anderen kriminellen Aktivitäten stammt. Auch dieses Problem will der Berliner Senat mit dem 5-Punkte-Plan aktiv bekämpfen. Neben Spielhallen werden interessanterweise in den letzten Monaten auch Reisebüros und Juweliergeschäfte sowie Shisha-Bars verstärkt kontrolliert. Es bleibt zu hoffen, dass die aktuellen Kontrollen nicht nur Aktionismus sind, sondern zu einer langfristig wirksamen Strategie im Kampf gegen die Berliner Bandenkriminalität gehören. Das wäre nicht nur für die Glücksspiel-Fans in Berlin wichtig.