Bei einer Sportwette 50.000 € gewonnen? Denkste!

SportwetteJeden Tag sitzen Millionen Menschen in Deutschland in einer Bar, am Abendbrottisch oder im Büro und philosophieren über das liebste Hobby der Welt, den Fußball. In den letzten Jahren schossen Wettbüros für Sport- und vor allem Fußballwetten wie Pilze aus dem Boden. Gab man sich früher noch mit einer kleinen Tipprunde unter Arbeitskollegen zufrieden so kann heute jeder auf alles und jeden setzen ob Rote Karte, Elfmeter, Ergebnis oder auch welche Mannschaft den Anstoß bekommt. Genau auf die Wahl des Anstoßes wettete Vito Marino in einem kleinen Sportwettbüro in Heidenheim. Er entdeckte bei dem Spiel zwischen UD Levante und dem FC Barcelona eine Traumquote von 19:1 für den Anstoß durch UD Levante So eine Quote kann man sich natürlich nicht entgehen, dachte er und machte diesen Tipp. Als die Partie begann und UD Levante den Anstoß bekam brandete begeisterter Jubel und den Freunden der Sportwetten auf, da noch einige andere Zocker auf diese Traumquote gesetzt hatten. Vito Marino hatte mit einem Schlag 50.000 € gewonnen. Doch der Traum zerplatze wie eine Seifenblase.

Falsche Quote bei der Sportwette: Vom Traum zum Alptraum

Als Vito Marino sich seinen Gewinn auszahlen lassen wollte, wurde aus dem Traum vom vielen Geld schnell der Alptraum. Der Besitzer des X-Tipp Sportwettbüros verweigerte kurzerhand die Auszahlung mit der Begründung, dass ein Fehler des Buchmachers vorläge und er deshalb den Gewinn nicht auszahlen könne. Anstatt der 19:1 Quote wäre eine 1,9:1 richtig gewesen. Außerdem wäre er ja auch nur ein Franchise-Nehmer und bekäme auch nur eine Provision für die Vermittlung der Wetten. Der eigentliche Wettveranstalter ist die Firma Cashpoint, registriert in Malta und in deren AGB steht eindeutig, dass falsche Quoten nachträglich geändert werden dürfen. Als Entschädigung bot der Besitzer des Wettbüros die Auszahlung für die kleinere Quote an. Dies wollte sich Vito Marino natürlich nicht gefallen lassen und erstattete Anzeige gegen den Betreiber.

Laut Staatsanwaltschaft liegt kein Betrug vor

Vito Marino muss sich wohl oder übel von seinen sicher geglaubten 50.000 € verabschieden, denn laut der Staatsanwaltschaft ist die nachträgliche Abänderung der Wettquoten rechtens. Die falsche Quote hätte dem Spieler auffallen müssen und außerdem sei ihm ja kein finanzieller Schaden entstanden, da er ja nur einen geringeren Betrag ausgezahlt bekommen hätte. Das Hauptproblem mit Sportwetten in Deutschland ist die nicht geklärte Rechtslage. Weder gibt es eine vernünftige Regulierung noch wird gegen die schwarzen Schafe der Branche vorgegangen. Bis es jemals einen rechtsverbindlichen Rahmen für Wettbüros und Online Sportwetten gibt, sollten Zocker auf der Hut sein und nur in getesteten und empfohlenen Spielstätten wetten, damit es ihnen nicht eines Tages geht wie Vito Marino.

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Danke für lhre Wertung!
Von Gerda Hartig | 24. September 2018 | Kategorien: Glücksspiel-Gesetzgebung, Nachrichten | Labels: , , , |

Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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