Automatenhersteller Novomatic wieder verurteilt worden!

Automatenhersteller NovomaticFür die Anwälte vom Automatenhersteller Novomatic (Novoline Spielautomaten) ist momentan wohl richtige Hochkonjunktur angesagt. Denn erst kürzlich die Konzession für Niederösterreich als rechtswidrig von einem Gericht eingestuft. Nun gab es wieder einen Prozess, der mit einem Tiefschlag für das niederösterreichische Unternehmen endete.

Schadensersatz an Spieler zu zahlen

Novomatic hat es aber aktuell auch nicht leicht. Denn juristische Streitigkeiten scheinen momentan nicht zu ihren Gunsten auszugehen. Nun wurde auch noch ein Prozess in erster Instanz gegen den ehemaligen Geschäftspartner Thomas Sochowsky verloren. Der als „Automatenkläger“ bekannte ehemalige Geschäftspartner des Unternehmens Novomatic hilft nämlich Spielern wieder an ihr Geld zu kommen, wenn diese aufgrund einer Spielsucht alles verzockt haben. Und in diesem Fall war Sochowsky vor einem Wiener Gericht erfolgreich.

Geklagt hatte ein 46-jähriger Wiener gegen das Unternehmen, da er als Spielsüchtiger alles verzockt habe, was er an Geld besaß. Dem Argument, dass er zu dieser Zeit nicht geschäftsfähig war und diese Geschäftsunfähigkeit damit ja auch ein Zustandekommen eines Vertrages unterbunden habe, folgte das Gericht in der Wiener Neustadt. So verurteilte es den Konzern Novomatic dazu, dem Kläger 105.000 Euro zurück zu erstatten.

Hohe Summe in Centbeträgen verspielt

Angesichts der enormen Summe, die der Kläger scheinbar verspielt hat, ist es kaum vorstellbar, dass er dies nicht mit hohen Eurobeträgen tat, sondern mit kleinen Centbeträgen. Auch dieser Faktor war wohl gutachterlich dafür ausschlaggebend, dass dem Kläger eine Spielsucht attestiert wurde. Denn im „kleinen Glücksspiel“ waren immer nur Spieleinsätze bis 50 Cent erlaubt gewesen. Dennoch vollbrachte es der Kläger, innerhalb von zehn Jahren zwischen 2004 und 2014 sein gesamtes Vermögen von mindestens 105.000 Euro zu verspielen.

Den Nachweis für seine Verluste hatte der Kläger einem Umstand zu verdanken, der für Spielsüchtige in Spielhallen ein großes Problem ist. Denn er konnte in seiner Spielhalle das Geld an einem Automaten abheben. Für ihn war das natürlich von großem Nachteil, da er so auch immer wieder schnell an „Nachschub“ zum Spielen kam. Für das Gericht und die Klage hatte aber genau dieser Umstand den Vorteil, dass ganz genau belegt werden konnte, wann er in der Spielhalle Geld abhob und vor allem auch, wie viel Geld er dabei immer abgehoben hat. So kam das Gericht am Ende auf einen Betrag von mindestens 105.000 Euro in zehn Jahren. Es kann aber wohl davon ausgegangen werden, dass der reale Betrag wohl viel höher war.

Urteil bisher noch nicht rechtskräftig

Einen Wermutstropfen hat dieses Urteil aber dennoch. Denn das Landesgericht in der Wiener Neustadt hat das Urteil bisher nur mündlich ausgesprochen. Daher ist es natürlich auch noch nicht rechtskräftig und Novomatic hat die Gelegenheit Rechtsmittel einzusetzen. Und wie der Konzern bereits verlauten ließ, werde man dort wohl auch Berufung gegen das Urteil einlegen. Eine andere Instanz muss dann wohl entscheiden, ob Novomatic wirklich zahlen muss.

Bereits im vergangenen Herbst hatte Sochowsky in einem anderen Fall dafür gesorgt, dass Novomatic in erster Instanz zu einer Zahlung von 107.000 Euro an einen Spieler verurteilt wurde. Damals ging es jedoch primär darum, dass die Konstruktion der Spielautomaten bemängelt wurde, da diese viel Geld in wenig Zeit aufgrund der Automatiktaste geschluckt haben.

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Danke für lhre Wertung!

Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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