Als die CDU Hamburg Ende April den Wahlkampfauftakt für die anstehende Europawahl bei der großen Veranstaltung zelebrierte, war auch die Automatenbranche anwesend. Als Vertreter der Branche waren mehrere Verbände vor Ort, um in direkten Gesprächen mit den CDU-Politikern für besseren Spielerschutz und eine bessere Regulierung der Glücksspielbranche zu werben. Diese wichtige Lobby-Arbeit wird schon seit vielen Jahren betrieben.

Europawahl CasinoKontaktpflege und Austausch von Argumenten

Als im Maritimen Museum in Hamburg die CDU zusammenkam, um den Wahlkampf für die Europawahl einzuleiten, waren zahlreiche Vertreter der Automatenbranche anwesend. Beispielsweise waren der Dachverband „Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V“ (DAW) und der Hamburger Automatenverband e.V. (HAV) mit eigenen Ständen vor Ort. Das Ziel dieser Aktion war vor allem, alte und neue Kontakte zu pflegen und aufzubauen. Die Automatenbranche hat schon seit Jahrzehnten verstanden, dass die Argumente pro Glücksspiel nur in direkten Austausch mit der Politik gehört werden. Umgekehrt ist es für die Vertreter der Automatenbranche aber auch wichtig, die Gegenargumente zu hören und in Diskussionen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu ermitteln.

Ein großes Thema an den Ständen der Automatenbranche war die aktuelle DAW-Aufklärungskampagne, die einige Wellen in der deutschen Medienlandschaft geschlagen hat. Dem DAW ist es gelungen, mit Bastian Schweinsteiger einen der populärsten Fußballer der letzten Jahre für die Kampagne zu gewinnen. Dadurch ist das Thema Spielerschutz aktuell sehr prominent besetzt. Für die gesamte Branche ist die DAW-Kampagne schon jetzt ein Gewinn. Viele Politiker, die sich ansonsten eher weniger mit Glücksspiel befassen, kannten zumindest die neue Kampagne mit Bastian Schweinsteiger, sodass sofort eine Gesprächsbasis vorhanden war. Das muss noch nicht bedeuten, dass sich diese Politiker am Ende für die Interessen der Branche einsetzen. Aber Kommunikation ist immer ein guter Anfang.

Qualitätsorientierte Regulierung als wichtiges Ziel

Die großen Verbände der Automatenbranche haben sich darauf geeinigt, eine qualitätsorientierte Regulierung der Glücksspiele in Deutschland zu fordern. Qualität bedeutet zum einen, dass die technische Qualität auf einem hohen Niveau ist. Zum anderen ist damit aber auch gemeint, dass die Seriosität der Angebote auf einem hohen Niveau ist. Die Betreiber der klassischen Automaten haben das Problem, dass viele Glücksspiel-Fans mittlerweile ins Internet abwandern, beispielsweise zu großen Anbietern wie LeoVegas, während gleichzeitig unzählige illegale Spielautomaten von kriminellen Organisationen bundesweit betrieben werden.

Für die Automatenbranche und die Glücksspielbranche insgesamt wäre eine bessere Regulierung in Kombination mit einem schärferen Vorgehen gegen illegale Angebote langfristig eine exzellente Lösung. Bislang gibt es aber nur eine halbwegs funktionierende Regulierung für die landbasierten Glücksspiel-Angebote. Die Regulierung der Angebote im Netz wäre mindestens genauso wichtig. Ein großes Problem für die Automatenbranche ist darüber hinaus, dass viele junge Glücksspiel-Fans gar nicht mehr in Spielhallen, Kneipen oder Spielbanken gehen, um Automaten zu spielen. Wenn das nächste seriöse Online Casino nur einen Klick weg ist, stellt sich für viele potenzielle Kunden gar nicht mehr die Frage, ob der Weg in die nächste Spielhalle eine gute Idee sein könnte.

Automatenbranche und Politik brauchen Veränderungen

Der Besuch auf einer Wahlkampfveranstaltung der CDU Hamburg ist nur eine von vielen Aktivitäten der Automatenbranche. Das Ziel ist es, die eigenen Interessen zu vertreten. Das ist in keiner Hinsicht verwerflich. Auf der Veranstaltung der CDU Hamburg waren zum Beispiel auch Vertreter vieler andere Branchen anwesend, um für ihre Interessen zu werben. In den letzten Jahren könnte man eher den Eindruck gewinnen, dass die Automatenbranche und die Glücksspielbranche insgesamt zu wenig Lobby-Arbeit betrieben hat. Jedenfalls gibt es zahlreiche Probleme beim landbasierten Glücksspiel, insbesondere durch illegale Spielautomaten und die nach wie vor fehlende Lizenzierung von Online Kasinos in Deutschland. Es bleibt viel zu tun für die Automatenbranche, aber auch für die Politik, die sich nicht zuletzt auch um einen wirksamen und pragmatischen Spielerschutz kümmern muss.