Der australische Online Buchmacher Sportsbet zahlte vor kurzem vorzeitig mehr als 1 Million AUD an Spieler aus, die darauf gewettet hatten, dass die oppositionelle Labor Party die Parlamentswahl gewinnen würde. Prognosen hatten nahegelegt, dass die Labour Party zum ersten Mal in sechs Jahren wieder gewinnen würde. Parteichef Bill Shorten wurde sogar bereits als mutmaßlicher Premierminister vorgestellt. Nachdem die meisten Stimmen ausgezählt waren, wurde jedoch deutlich, dass der konservative Premierminister Scott Morrison voraussichtlich die Mehrheit erhalten und weiter im Amt bleiben wird.

australische dollar"Wir dachten, wir geben ihnen einfach ihr Geld früher"

Als das Ergebnis feststand, twitterte Sportsbet die verfrühte Auszahlung. Auch Sportsbet-Sprecher Richard Hummerston erklärte in einem Interview mit dem Sydney Morning Herold, dass 1,3 Millionen Dollar zu früh ausgezahlt worden seien. “Wir dachten, wir geben den Spielern ihr Geld einfach früher“, so Hummerston, der nun zugeben muss, dass dies nicht die richtige Entscheidung war. Frühe Auszahlungen sind in der Branche jedoch üblich, um zu vermeiden, dass noch mehr Leute auf diese vermeintlich sicheren Wetten setzen.

Stimmen aus Briefwahl stehen noch aus

Scott Morrison ist erst seit 2018 Premierminister und Parteichef der Liberal Party in Australien. Der 51-Jährige trat die Nachfolge seines Vorgängers Malcolm Turnbull als Premierminister an. Das Wahlergebnis ist jedoch noch nicht endgültig, denn es müssen noch rund 500.000 Briefwahl- Stimmen ausgezählt werden. Bis wann dies erfolgen soll, steht noch nicht fest. Insgesamt gab es fast 16,5 Millionen Australier, die zur Wahl aufgerufen waren. Da in Australien eine Wahlpflicht besteht, müssen Wähler, die ohne triftigen Grund nicht bei der Wahl erscheinen, eine Strafe von 20 Dollar (rund 12,60 Euro) zahlen.

Nicht zum ersten Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Buchmacher vorzeitig ausgezahlt und sich damit in die Bredouille gebracht hat. Paddy Power hatte im Monat vor den US-Wahlen im November 2016 voll auf den Sieg von Hillary Clinton gesetzt. Umfragen zeigten auch hier, dass die Demokarten die Nase vorne hatten, doch nach der Wahl sah alles anders aus. Paddy Power zahlte rund 1 Million Dollar zu früh an diejenigen Spieler aus, die auf Clinton gesetzt hatten. Noch einen Monat vor der Wahl gab Betfair Trump nur eine Quote von 14 % auf den Sieg, nachdem ein Skandalvideo des damaligen Präsidentschaftskandidaten aufgetaucht war, in dem er mit sexistischen Macho-Sprüchen und dem Belästigen von Frauen prahlte. Zwei Wochen vor der Wahl gab der Buchmacher Clinton immer noch eine Gewinnquote von 74 %, obwohl das FBI eine Untersuchung über die Nutzung ihrer privaten E-Mail-Server für offizielle Kommunikationen wieder aufgenommen hatte.

Insgesamt kostete das Wettunternehmen die US-Wahl im Jahr 2016 und damit der Sieg von Donald Trump rund 4,5 Millionen US-Dollar. Diese Summe war bis dato die höchste Auszahlung bei einer politischen Wette.

Australiens erster lizenzierter Buchmacher

Sportsbet ist ein australischer Online Buchmacher und seit Oktober 2012 der größte Anbieter in diesem Bereich im Land. Sportsbet wurde im Mai 1993 gegründet und erhielt in Australien die erste Lizenz. Das Unternehmen wurde im Dezember 2010 von Paddy Power übernommen und gehört seit dem Jahr 2016 zu Paddy Power Betfair, die künftig unter dem Namen Flutter Entertainment auftreten und Sportwetten sowie Online Casino Spiele anbieten werden.