Für die einen ist es ein längst überfälliger Schritt, für die anderen nur ein Ärgernis. Apple hat nämlich die Regeln für Apps geändert. Dies soll maßgeblich zum Spielerschutz beitragen, schürt aber bei Anwendungsentwicklern die Angst davor, dass Apple einseitig die Macht über seinen App Store weiter ausbaut, der für das Geschäft des Technik-Giganten immer mehr an Bedeutung gewinnt. Was hat Apple denn nun geändert? Ab Ende des Jahres 2019 sind sämtliche Apps, die Glücksspiele anbieten, in allen Ländern und Regionen mit der Altersfreigabe 17+ versehen worden. Dies bedeutet de facto, dass diese Apps für Kinder nicht mehr zugänglich sind, auch wenn es sich um Glücksspiel Apps handelt, die nicht mit Echt-Geld agieren. Das finden wir vernünftig und ist unserer Meinung nach ein längst überfälliger Schritt! 

Apple räumt seine Casino Apps auf

App CasinoWas bedeuten die neuen Regeln denn nun im Detail? Seit der Einführung ist es in Kinder Apps verboten externe Analyse-Software zu verwenden, also unsichtbare Codezeilen, die äußerst detailliert das Nutzerverhalten aufzeichnen und Informationen darüber weitergeben. Weiterhin werden auch die Möglichkeiten zum Verkauf von Werbung eingeschränkt. Diese machte es in der Vergangenheit möglich, Apps kostenlos anzubieten. Das wird sich nun wahrscheinlich ändern. Von Seiten des Unternehmens Apple wird das damit begründet, dass einige Kinder unangemessene Werbung sehen konnten. Die neuen Bedingungen greifen für folgende Apps:

+ Apps in der Unterkategorie Casino 

+ Apps in den Kategorien Spiele oder Unterhaltung, deren Häufigkeit/Intensität für mindestens einen der folgenden Inhalte ausgewählt wurde: 

+ Simuliertes Glücksspiel

+ Sexueller Inhalt oder Nacktheit

+ Alkohol-, Tabak- oder Drogenkonsum bzw. Bezugnahme

+ Realistische Gewalt

Bei dem Standard 17+ handelt es sich um eine Klassifizierung, die ihren Ursprung in der Filmbewertung hat und angibt, dass die entsprechend gekennzeichneten Filme erwachsene Inhalte haben und nicht von Personen unter 17 Jahren angesehen werden dürfen. Unter erwachsenen Inhalten versteht man häufig die explizite Darstellung von Sex und Gewalt. Diese Kategorisierung wird nun auch auf die Apps angewendet und auf Inhalte mit Glücksspiel und Wetten bezogen. Dies soll, wie erwähnt, dem Spielerinnen- und Spielerschutz dienen, da Untersuchung ergeben haben, dass besonders Kinder im Alter von 11 bis 17 Jahren anfällig für ein Suchtverhalten sein können. Als besonders gefährlich wurden dabei Glücksspiel Apps eingestuft, auch wenn kein Echt-Geld zum Einsatz kommt. Apple hat diese Entwicklung nun aufgegriffen und reagiert. 

Casino Apps | Gab es in der Vergangenheit Versäumnisse?

Kritiker werfen Apple vor, dass es in der Vergangenheit Versäumnisse in Bezug auf Datensicherheit und Abschirmung gab. So waren Google und Facebook nicht die einzigen Entwickler, die das Apple Enterprise-Zertifikat, welches in erster Linie für Unternehmen gedacht ist, die nur für Mitarbeiter bestimmte Anwendungen anbieten, offensichtlich missbrauchten. Ausgenutzt wurden diese Zertifikate auch von Entwicklern für Glücksspiel- und Wetten-Apps, da sie aufgrund fehlender oder lascher Überprüfung die Sicherheitsvorkehrungen im App-Store umgehen konnten und die App dort platzierten, obwohl gerade diese dazu gedacht waren, iOS familienfreundlich zu halten. Mangelnde Aufsicht und Kontrolle erleichterten den Zugang und die Bereitstellung der Apps. Und hier setzen auch die Kritikpunkte derer an, die in diesem Verhalten ein großes Versäumnis des Tech-Giganten sehen. Sie weisen darauf hin, dass Apple in der Vergangenheit nur zu gern auf seine Konkurrenten mit erhobenem Finger gezeigt hat und diesen massiven Datenmissbrauch vorgeworfen hat. Sie werfen dem Unternehmen vor, nicht von selber rechtzeitig die Glücksspiel Apps entdeckt zu haben und so einer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen zu sein. Die Konsequenzen für das ehemalig wertvollste Unternehmen der Welt sind noch nicht ganz absehbar, aber es kann davon ausgegangen werden, dass es zu einem erheblichen finanziellen Verlust kommen wird, da die Werbung wegfällt, Apps aus dem Store genommen werden und auch Teile des Personals um ihre Jobs fürchten müssen. 

Auswirkungen auf Anwendungsentwickler von Casino Apps

Die Auswirkungen auf die Geschäfte der Anwendungsentwickler sind mannigfaltig und bedeuten teilweise große Einschnitte.

Glücksspiele müssen nun z.B. nativ und nicht mehr als Html-Anwendungen erstellt werden. Zwar wird eine Nutzung der jetzt schon vorhandenen Apps weiterhin möglich sein, aber Apple wird keine Aktualisierungen genehmigen und auch Container Apps verbieten. Stuart Godfree, Geschäftsführer und Mitbegründer von Gambling Apps und Software-Entwickler bei mkodo meint dazu: „Es wird vielen Menschen weh tun. Der Wiederaufbau eines Spiels wird mehrere Monate dauern. Schauen Sie sich nur die Größe der Spiele-Portfolios an, die die Personen auf ihren Smartphones haben.“ Die in vielen Casino-Spielen angebotenen Slots und Tischspiele können unmöglich in relativ kurzer Zeit umgeschrieben werden, denn die Portierung eines HTML5-Spiels, das in eine native iOS App kommen soll, wird wahrscheinlich etwa acht Wochen dauern und bei einem Portfolio von Sportwetten hat man mindestens ein halbes Jahr vor sich.

Apple ist von der Notwendigkeit und Richtigkeit seiner Maßnahmen überzeugt, auch wenn es Geld kosten wird. Es gilt die Privatsphäre der Spieler zu schützen und nicht konformen Anwendungen den Zugang zum App-Store zu verwehren. Ob es dann zu einer Steigerung der Qualität der Anwendungen kommt, wird man sehen. Die Entwickler, die für Online Casinos arbeiten, haben jetzt erstmal eine arbeitsintensive Zeit vor sich, um ihre Anwendungen den neusten Richtlinien anzupassen.

Letztes Update am 10.09.2020
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