Amaya Inc.Nachdem sich die 888 Holdings und die Rank Group vergeblich um eine Übernahme des Buchmachers und Online Casinos Betreibers William Hill bemüht hatten und dabei zweimal einen Korb kassierten, scheint sich nun eine andere Mega-Fusion anzubahnen. Denn wie jetzt durch die Gerüchteküche sickerte, betreiben die Amaya Gaming Group und William Hill ernsthafte Gespräche über einen Zusammenschluss beider Unternehmen. Nachdem aus zwei verschiedenen unabhängigen, allerdings anonymen Quellen diese Information an die große Nachrichtenagentur Reuters herangetragen wurde, sahen sich die beiden Unternehmen dazu genötigt in einer jetzt erfolgten Stellungnahme diese Gerüchte offiziell zu bestätigen. Tatsächlich werden zwischen beiden Vorständen der Amaya Gaming Group und William Hill intensive Gespräche über eine Fusion unter Gleichen geführt, doch muss dies noch lange nicht heißen, dass es am Ende auch dazu kommen wird. Eher sind die jetzt geführten Verhandlungen als ein gegenseitiges Beschnuppern zu betrachten. Doch ist die mögliche Mega-Fusion sicherlich nicht bloße Spekulation, denn durch die zahlreichen Übernahmen und Zusammenschlüsse in den letzten beiden Jahren wächst auch für diese beiden großen Player der Druck am Markt sich für die Zukunft ausreichend zu positionieren, um nicht irgendwann hinter der Konkurrenz auf dem Online Casino Markt zurückzufallen.

Die 888 Holdings und die Rank Group boten für den Buchmacher und Online Casino Betreiber William Hill knapp 4 Milliarden Euro. Allerdings schlug der Vorstand des Übernahmekandidaten die Offerte aus, da nach eigenen Angaben der Preis als zu gering betrachtet wurde und die unkalkulierbaren Risiken dieser Drei-Wege-Fusion für William Hill zu hoch erschienen.

Amaya Inc. hat Probleme mit den Behörden

Eine mögliche Fusion zwischen William Hill und der Amaya Gaming Group wäre für beide Unternehmen, sofern sie unter gleichberechtigten Partner abgeschlossen würde, ein strategischer Zugewinn, denn beide Firmen sind in Bereichen stark, bei denen der Partner eher schwach auf der Brust ist. Zudem haben sowohl William Hill als auch die Amaya Gaming Group mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen. So musste dieses Jahr erst der ehemalige CEO David Baazov das Amaya verlassen, da ihm bei der damaligen 4,9 Milliarden Dollar schweren Übernahme der Rational Group, die die beiden größten Pokerräume Full Tilt Poker und PokerStars betreibt, versteckter Insiderhandel vorgeworfen wird. Noch im Februar diesen Jahres wollte er mit einem Konsortium von privaten Anlegern das durch ihn selbst geführte Unternehmen über die Börse zu einem Preis von 21 Kanadischen Dollar pro Aktie übernehmen, doch bekanntlich zerschlugen sich diese Pläne mit den Ermittlungen der Behörden recht schnell. Ebenfalls setzt der Amaya Gaming Group der stark nachlassenden Hype im Poker sichtlich zu und die Kundenzahlen schrumpfen jedes Jahr weiter. Zwar versucht das Unternehmen, durch den Aufbau eigener Online Casinos auf den beiden Seiten von PokerStars und Full Tilt Poker dem Kundenschwund ein wenig Einhalt zu gebieten, doch scheint dies den Schrumpfprozess nur ein klein wenig zu verlangsamen.

Seit der Übernahme der Rational Group mit den beiden Marken PokerStars und Full Tilt Poker gehört der kanadische Glücksspielkonzern Amaya Gaming Group zu den größten Playern im Bereich des Online-Gambling-Sektors.

William Hill hofft immer noch auf den Turnaround

Auch beim Buchmacher und Online Casino Betreiber ist das Jahr 2016 nicht gerade von Erfolgsmeldungen übersät. Zwar konnte das Unternehmen erfolgreich die gemeinsamen Offerten zu Übernahme durch die 888Holdings und der Rank Group abwehren, doch um über 15 Prozent gesunkene Gewinne im ersten Halbjahr versprechen keine alsbaldige Erholung der eigenen Performance am Markt. Hinzukommt auch noch der Rückzug aus dem großen Glücksspielmarkt Russland. Insgesamt über 400 Glücksspielseiten wurden von Roskomnadzor und der staatlichen Behörde für die Aufsicht über Telekommunikation, Informationstechnologien und Massenkommunikation zwischen dem 15. und 21. September vom Netz genommen. Der Online Casino Betreiber sieht somit, nach dem harten Durchgreifen in Russland keinen Sinn mehr darin, sich hier weiter zu engagieren. Doch nicht nur im Reich des Putin läuft es nicht so wirklich nach Plan, denn zu Beginn des Jahres schlossen gleich drei Online Casinos das Joyland Casino, das Prestige Casino und das Skykings Casino, die alle von William Hill betreiben wurden, ihre virtuellen Pforten. Mit der eventuellen Fusion zwischen dem Buchmacher und der Amaya Gaming Group könnten beide Unternehmen von den jeweiligen Stärken des anderen profitieren und zurück zu alter Stärke unter neuer gemeinsamer Flagge finden. Zudem wären durch gemeinsame Kosteneinsparungen und Synergieeffekte die eigenen Kapitalbasis gestärkt.

Ob es am Ende zu der Mega-Fusion kommen wird, werden die nächsten Wochen zeigen, doch für die Aktie der Amaya Gaming Group reichte allein die Bestätigung der Gespräch mit William Hill, um das Papier gleich um fast 10 Prozent nach oben zu katapultieren.