Acht Spielhallen in Stendal müssten schließen

Großteil der Stendaler Spielhallen vor Schließung

Wer sich in Stendal im Glücksspiel versuchen möchte, muss mit einer deutlich geschrumpften Anzahl an Anbietern auskommen. Während immer mehr deutsche Online Casinos in den letzten Jahren offiziell an den Start gingen, mussten in der realen Wirtschaft Anfang Juli viele Spielhallen schließen.

Im Zuge des neuen Glücksspielvertrags verloren sie ihre Konzession. Von dieser Entwicklung waren auch zahlreiche Spielhallen in Stendal betroffen. Besaß die Stadt lange Zeit 11 Spielhallen, sind es nun nur noch drei. Insgesamt acht Anbieter haben den Markt verlassen müssen. Grund hierfür ist die Verschärfung des nun geltenden Landesgesetzes, durch die die Anforderungen von den Betreibern nicht mehr erfüllt werden.

Die Betreiber mussten ihre Spielhallen zum 1. Juli 2017 offiziell schließen. Während andernorts um Übergangsregelungen gerungen wird, werden diese in Stendal vergebens gesucht. Die Stadt selbst konnte allerdings keine Auskunft darüber erteilen, ob die Spielhallen auch tatsächlich geschlossen sind. Wie ein Stadtsprecher erklärte, ergaben Stichproben, dass noch immer fünf der betroffenen Spielhallen geöffnet haben.

Übergangsfrist dauerte fünf Jahre

Überraschend kommen die neuen Regeln für Spielhallenbetreiber aber nicht. Das entsprechende Gesetz wurde bereits 2012 von dem Land verabschiedet. Die Betreiber hatten nun eine Übergangsfrist von fünf Jahren. Diese lief Anfang Juli aus. In Stendal sind viele Spielhallenbetreiber insbesondere von der neuen Bannmeile betroffen, die es zu Kindertages- und Jugendeinrichtungen gibt.

Das Land hat sich hier auf eine Distanz von 200 Metern verständigt, um Kinder und Heranwachsende besser vor dem Glücksspiel schützen zu können.

Der gleiche Abstand gilt für die Spielhallen untereinander. Auch hier sind wenigstens 200 Meter von den Betreibern einzuhalten. Besonders stark war eine Spielehalle in Stendal Birkenhagen von der neuen Regelung betroffen. Die Spielhalle gibt es hier bereits bei dem 1. Oktober 1997. In Luftlinie gab es allerdings gleich vier Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, die keine 200 Meter entfernt waren. Neben dem Familienzentrum Färberhof handelte es sich dabei um eine Sekundarschule, die städtische Bibliothek und um ein Gymnasium.

Spielhallen mussten Anforderungen schon vorher erfüllen

An mehreren Standorten wurden in Stendal in den letzten drei Jahren Spielhallen vonseiten der Stadtverwaltung genehmigt. Neben dem Casino in der Breiten Straße waren davon die Spielhallen am Tangermünder Tor und die Adresse in der Heerener Straße betroffen.

Um die Konzession zu erhalten, mussten die Betreiber bereits gegenüber der Genehmigungsbehörde nachweisen, dass sie die Auflagen des neuen Glücksspielgesetzes erfüllen. Sie haben daraufhin eine Konzession für insgesamt 10 Jahre bekommen. Die Auflagen wurden bereits nach dem 2012 festgelegten Standard definiert.

Bislang sind es die einzigen drei Spielhallen in Stendal, die den neuen Anforderungen gerecht werden. Die restlichen Betreiber hätten eigentlich ihre Türen schließen müssen. Trotz fehlender Konzession setzen mehrere Spielhallenbesitzer den Betrieb ungehindert fort. Auch das Engagement der Stadt, den weiteren Betrieb zu unterbinden, scheint derzeit eher mäßig zu sein. Letztlich verdient die Stadt an den Spielhallen nämlich in beachtlichem Umfang mit.

Die Mitarbeiter der betroffenen Casinos kämpfen derweil um ihre Arbeitsplätze. Sie wandten sich Ende Juni in einem Brief an den Bürgermeister und erklärten darin, dass sie sich durch ihre Arbeit mit Stendal verbunden fühlen. Einige von ihnen waren vor der Anstellung im Casino erwerbslos.

Die Stadt Stendal wird die Schließung der Spielhallen vor allem auf der Einnahmenseite zu spüren bekommen. 2015 erwirtschaftete die Stadt allein durch diesen Bereich Einnahmen in Höhe von 220.000 Euro. Spielhallen müssen nicht nur Gewerbesteuer zahlen. Sie sind auch zur Zahlung der Vergnügungssteuer verpflichtet. Wie die Stadt selbst mitteilte, besteht für die Spielhallenbetreiber selbst die Möglichkeit eine neue Konzession zu beantragen. In diesem Fall benötigen sie aber auch die passende Immobilie.

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Von Stefan Hoenig | 24. September 2018 | Kategorien: Nachrichten, Wirtschaft |

Über den Autor: Stefan Hoenig

Stefan Hoenig
"Ein Online Casino ist die faire Alternative zu einer Spielhalle". Auszahlungsquoten von 95% und mehr in einer virtuellen Spielbank beweisen das. Auch von daher interessiere ich mich für das Glücksspiel im Internet - und mein Interesse geht sogar soweit, dass ich darüber schreiben kann und werde.

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