Abstandsgesetz in Berlin – Teil 3 – Geldwäsche und Sperrdatei

Geldwäsche und SperrdateiIn den ersten beiden Teilen unserer Serie dreht sich alles um das neue Abstandsgesetz für Spielotheken in Berlin. Wir beleuchteten die beiden konträren Standpunkte zum Thema Spieler- und Jugendschutz, sowie die Auswirkungen auf die Betreiber der Spielhallen. Im dritten Teil geht es nun um das Thema Geldwäsche, die kommende Sperrdatei und die Alternative Online Casinos, in die die Gambler in Zukunft vermehrt ausweichen dürften.

Geldwäsche – das nächste große Thema

Um dem ganzen Thema noch mehr Gewicht zu verleihen und dem ahnungslosen Bürger davon zu überzeugen, wie wichtig die Ausdünnung des Bestands an Spielotheken in Berlin ist, wurde noch das Thema Geldwäsche mit in den Topf geworfen und so wirft Daniel Buchholz mit Zahlen nur so um sich. Laut ihm gäbe es in Berlin eine Beanstandungsquote von 85 – 90 Prozent in den Spielhallen der Stadt. Dies beträfe den unerlaubten Betrieb von Slot Automaten, verschleierte Einnahmen oder illegale Pokerrunden in Hinterzimmern. Sicherlich wird niemand abstreiten wollen, dass es Schwarze Schafe in der Branche gibt, doch unternimmt der Bundesverband Automatenwirtschaft mit seinem eingeführten BA-Alarm alles um diese zu identifizieren und unschädlich zu machen. Woher allerdings die exorbitanten Zahlen des SPD-Politikers zu den Beanstandungen herkommen, bleibt ein Rätsel.

Der Polizei in Berlin liegen nach eigenen Aussagen keinerlei valide Zahlen zum Ausmaß der Ermittlungsverfahren gegen Spielhallenbetreiber oder gar Verurteilungen über Geldwäsche vor.

Sperrdatei für Gambler wird kommen

Um den Spielern in Berlin noch weiter den Spaß am eigenen Hobby zu vermiesen wird auch die Sperrdatei kommen. Laut dem CDU-Abgeordnete Matthias Brauner werden in einer zentralen Datei alle Gambler erfasst, die im Verdacht stehen spielsüchtig zu sein. Als Vorbild gilt dabei das System aus Hessen, dass allerdings auch einige unschöne Nebeneffekte besitzt. Natürlich ist es gut, wenn Gambler die Möglichkeit erhalten sich vor sich selbst zu schützen und sich sperren lassen können, allerdings beinhaltet das hessische System auch die Option einer Sperrung durch Dritte. Zu diesen ominösen Dritten gehören nicht nur Betreiber von Spielotheken, sondern auch Ehegatten erhalten die Möglichkeit den Liebsten ohne sein Einverständnis aus den Spielhallen im gesamten Bundesland entfernen zu lassen.

Dies ist mehr als problematisch, denn niemand kann wirklich sagen ob hier dem Missbrauch bei der Sperrung nicht Tür und Tor geöffnet wird. Liegt tatsächlich eine Spielsucht vor wird nicht überprüft, somit kann auch Rache am Ehepartner oder die Entfernung eines zu erfolgreichen Gamblers aus den Spielhallen durch einen Betreiber am Ende der wahre Grund für die Sperrung werden.

Letzter Ausweg Gaststätte mit Spielautomaten

Ein letzter möglicher Ausweg für die Betreiber von Spielotheken, die beim Losverfahren leer ausgehen werden, wäre die Neueröffnung einer Gaststätte mit Spielautomaten. Dies hätte gleich mehrere Vorteile, denn diese Etablissements unterliegen dem Gaststättengesetz des Bundes und hier hat die Stadt Berlin nur wenig handhabe. Zwar konnten sie die erlaubte Anzahl an Slot Automaten ab 2019 von 3 auf 2 reduzieren, doch eine Konzession, wie die Spielotheken, brauchen die Gaststätten nicht. Damit ist es der Politik auch nicht möglich den selben Weg zu gehen, wie bei den Spielhallen.

Einige Betreiber von Spielotheken sind diesen Weg in Berlin bereits gegangen. So ist die Zahl der betriebenen Spielautomaten in Gaststätten und ähnlichen Betrieben von 4.500 im Jahr 2007 auf mehr als 6.600 im Jahr 2015 angestiegen.

Die Online Casinos dürfen sich über jede Menge Neukunden freuen

Natürlich werden von dem Kahlschlag in der Branche nicht nur die staatlichen Spielbanken profitieren, sondern auch die Online Casinos werden sich kräftig die Hände reiben. Schon heute besitzen sie zahlreiche Vorteile gegenüber den klassischen Zockerbuden. So liegt die Auszahlungsquote in Online Casinos bei weit über 90 Prozent. Zum Vergleich rücken die Slot Automaten in den Spielotheken nur durchschnittlich 75 Prozent wieder heraus. Durch den stetig wachsenden Bereich der mobilen Casinos auf Smartphone und Tablets, kann der Gambler jederzeit und an jedem Ort seinem Hobby nachgehen ohne sich an nervige Öffnungszeiten halten zu müssen. Auch das Angebot an Slot Automaten verschiedenster Hersteller, klassischen Tischspielen, wie Roulette und BlackJack, sowie das Live Casino sprechen deutlich für die Online Spielhallen. Die „Gefahr“ eines Abwanderns der Spieler von den Spielotheken hinzu den Online Casinos ist natürlich sowohl dem Präsidenten des Bundesverbands Automatenwirtschaft Thomas Breitkopf, wie auch dem SPD-Abgeordneten von Berlin Daniel Buchholz bewusst. Doch hier hat jeder so seinen eigenen Standpunkt.

Thomas Breitkopf: „Seriöse, kompetente und verbraucherschützende Spielhallen werden geschlossen, während die Geschäfte in der Illegalität blühen. Ein Blick ins Internet reiche aus das Ausmaß des        riesigen Angebots zu erkennen“.

Daniel Buchholz: „Es ist richtig, was wir tun. Viele Leute verspielen ihr weniges Geld. Das macht nicht nur sie kaputt, sondern ganze Familien. Außerdem sterben Kieze, weil die Einkaufsläden verschwinden und einem die Lust am Bummeln vergeht.“

Online Casinos illegal in Deutschland?

Die Politik betet ja bekanntlich gebetsmühlenartig herunter, dass Online Casinos illegal in Deutschland wären, da sie gegen geltendes deutsches Recht verstießen. Allerdings ist dies wie immer nur die halbe Wahrheit, denn laut dem Europäischen Gerichtshof stimmt dies nicht und er forderte zudem die Bundesregierung dazu auf, die deutschen Gesetze zu diesem Thema endlich EU-konform zu gestalten. In Europa herrscht nicht nur die Freizügigkeit für Arbeitnehmer, sondern auch für Unternehmen und wenn ein Land in der EU einem Betreiber von Online Casinos eine Lizenz erteilt, dann hat dieses auch das Recht sein Angebot in allen Mitgliedstaaten zu offerieren. Hier wird einfach von der deutschen Politik versucht vom eigenen Versagen abzulenken, da hier seit Jahren kein EU-konformes Gesetzeswerk auf die Beine gestellt werden konnte und man zu allem Überfluss auch gern das staatliche Glücksspielmonopol weiter aufrechterhalten möchte. Somit haben die Gambler seit Jahren mit der Grauzone zwischen Europarecht und den Gesetzen in Deutschland zu kämpfen.

Hier finden Sie Teil 1 unserer Serie

Hier finden Sie Teil 2 unserer Serie

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Abstandsgesetz in Berlin – Teil 3 – Geldwäsche und Sperrdatei
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Über den Autor: Engelbert Breitner

Engelbert Breitner
Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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