Ab November kein PayPal-Käuferschutz mehr bei Glücksspielen

PayPal-Käuferschutz mehr bei Glücksspielen

Foto: PayPal

Bei PayPal Deutschland wird es demnächst neue und aktualisierte Nutzungsbestimmungen und Richtlinien geben, wie das Unternehmen nun angekündigt hat. Für die meisten Nutzer wird sich nicht viel ändern. Aber für alle PayPal-Nutzer aus Deutschland, die Crowdfunding und Glücksspielangebote auch über PayPal Deutschland nutzen, wird es wichtige Änderungen zum Käuferschutz geben. Denn dieser Käuferschutz wird auf die genannten Dinge ab dem 19. November 2016 keine Anwendung mehr finden und entfällt daher vollständig für Crowdfunding und jegliche Glücksspielangebote.

Gründe für Käuferschutzänderungen wurden nicht bekannt gegeben

Bislang hat sich PayPal noch nicht genau dazu geäußert, warum diese Käuferschutzänderungen ab dem 19. November 2016 in Deutschland gelten sollen. Aber auch, wenn es noch keine Angaben von Gründen gibt oder jemals geben wird, hat man sich bei PayPal sicherlich einige Gedanken dazu gemacht. Denn in aller Regel haben die Änderungen in den Richtlinien und Nutzungsbedingungen immer ganz konkrete Gründe, die sich entweder auf bereits passierte Fälle stützen oder aber zukünftig als sehr wahrscheinlich angesehen werden. So wird beispielsweise auch in den neuen Nutzungsbedingungen unter Punkt 4.4. explizit darauf hingewiesen, dass die Zahlungsmethode PayPal bei Händlern nicht negativ dargestellt werden darf und deswegen auch Gebühren für PayPal-Zahlungen unterlassen werden sollten. Zudem solle PayPal auch als gleichwertige Zahlungsmethode gegenüber den anderen angebotenen Zahlungsmethoden dargestellt werden, damit keine Beeinträchtigung bei der Nutzung durch die Kunden entsteht und schon gar keine Behinderung der PayPal-Nutzung. Dieser Punkt dürfte vielleicht auch für das eine oder andere Online-Casino interessant sein.

In anderen Ländern schon eingeführt

Die nun für PayPal Deutschland eingeführten und ab 19. November geltenden Änderungen zu den Richtlinien und Nutzungsbedingungen sind in anderen Ländern schon längst an der Tagesordnung. In den USA, in Großbritannien, Kanada und vielen weiteren Ländern sind diese Änderungen bereits zum 25. Juni 2016 in Kraft getreten. So gesehen hinkt Deutschland also noch ein paar Monate hinterher. Damals hatte sich PayPal bezüglich der Streichung von Käuferschutz zu Crowdfunding so geäußert, als dass man für solche getätigten Investitionen keinen Käuferschutz anbieten könne, da es dafür ja auch schließlich keine Garantien gäbe.

Bezüglich des Glücksspiels dürften Gründe ähnlich sein

Ähnliche Gründe dürften daher wohl auch für die Glücksspielangebote gelten, da es dabei schließlich auch keine Garantie für beispielsweise Gewinne oder Spaß am Spielen geben kann. Zumal der PayPal-Käuferschutz ursprünglich ja auch eingeführt wurde, um das Geld wieder zurückzubekommen, wenn Waren beschädigt sind oder erheblich von der Beschreibung abweichen. Vor allem auf Online-Auktionen ist das natürlich ein wichtiger Punkt. Beim Glücksspiel hingegen kann davon natürlich keine Rede sein.

In den Neuerungen steht im Punkt 3.2 der Richtlinien nun explizit drin, für welche Zahlungsgeschäfte kein PayPal-Käuferschutz mehr gelten werde. Darunter finden sich aber nicht nur die Ausnahmen für Crowd-Funding-Plattformen sowie Crowd-Lending-Plattformen und die für Wetteinsätze und anderes jegliches Glücksspiel. Auch für Spenden, Zahlungen an Verwaltungen und alle Zahlungen, die im Zusammenhang mit Kapitaleinlagen oder Finanzprodukten stehen, wird der PayPal-Käuferschutz künftig nicht mehr greifbar sein.

Vielleicht auch die neue Eigenständigkeit von PayPal ein Grund

Natürlich ist es auch möglich, dass die ganzen Neuerungen, die nun durch die Welt fluten, auch dadurch bedingt sind, weil PayPal nun ein eigenständiges Unternehmen ist und nicht mehr zusammen mit Ebay agiert. Dadurch dürfte es natürlich auch zu Umstrukturierungen innerhalb des Konzerns gekommen sein und ein erhöhter Verwaltungsaufwand bei Käuferbeschwerden liegt nun bestimmt auch vor. Schließlich muss sich PayPal darum jetzt ganz alleine kümmern, auch wenn die Käufer über Ebay getätigt wurden.

Durch die Eigenständigkeit von PayPal wurde es zudem auch erst möglich, diese Zahlungsmethode auch für das Online-Glücksspiel bereitzustellen. Gleiches gilt für das Crowdfunding, bei dem es schon 2014 auf der Plattform Kickstarter zu Beschwerden kam. PayPal scheint nun endgültig die Reißleine zu ziehen, damit künftig in dieser Hinsicht jegliche Unstimmigkeiten keinen Platz bei PayPal finden. Schließlich könnten alle diese Dinge auch in Rechtsstreitigkeiten enden, was wohl auch ein Grund für den Ausschluss des Käuferschutzes bei bestimmten Geldtransaktionen sein dürfte. Denn auf so etwas will man sich bei PayPal sicherlich nicht einlassen und schließt dieses Risiko so ganz einfach aus. Ob und wie PayPal dann künftig in Online-Casinos und anderen Online-Glücksspielanbietern Anwendung finden wird, bleibt abzuwarten. Aber eigentlich ändert sich für Spieler ja nicht wirklich etwas.

1 2 3 4 5
Ab November kein PayPal-Käuferschutz mehr bei Glücksspielen
5.00 (100%) 1 votes
Danke für lhre Wertung!
Von Gerda Hartig | 31. August 2016 | Kategorien: Nachrichten, Vermischtes | Labels: , , |

Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

Hinterlassen Sie einen Kommentar