888Holdings und Rank Group

Foto: Rank Group

Der britische Buchmacher und Betreiber von Online Casinos William Hill kann vorerst aufatmen, denn seine Konkurrenten 888Holdings und Rank Group haben die Übernahmepläne erst einmal auf Eis gelegt. Nachdem der Vorstand von William Hill zwei Angebote im Wert von knapp 4 Milliarden Euro vehement abgelehnt hatte, sehen die Verantwortlichen der beiden anderen Unternehmen keinen Sinn mehr darin, weiter um den Buchmacher zu buhlen. In einer offiziellen Stellungnahme betonten sie noch einmal die Vorteile, die es in einer Drei-Wege-Fusion für alle Beteiligten geben hätte. Mit der möglichen Schmiedung des größten Glücksspielkonzerns auf der Insel, hätten sich Kosteneinsparung durch Synergieeffekte von bis zu 150 Millionen Euro ergeben, zumindest nach den Berechnungen von 888 Holdings und Rank Group. Ebenfalls wäre es für das neue Konglomerat erheblich einfacher gewesen sich im hart umkämpften Markt auch in Zukunft zu behaupten. Doch der Vorstand von William Hill sah, um sich auf diesen Deal einlassen zu können, vor allem die deutliche Unterbewertung des eigenen Unternehmens und den aus der Übernahme anwachsenden Schuldenberg, als Hinderungsgründe an. Zudem sei der Online Casino Betreiber in diesem Jahr auf einem guten Weg und erwartet für das Gesamtjahr einen Gewinn von bis 300 Millionen Euro.

Die 888Holdings und Rank Group legen die Pläne zur gemeinsamen Übernahme von William Hill zwar auf Eis, doch wollen die beiden Online Casino Betreiber weiterhin an einer gemeinsamen Fusion miteinander festhalten. Dies soll vor allem zu Kosteneinsparungen und einer stärkeren Marktstellung im weltweiten Glücksspielsektor führen.

Die Rank Group steigert den Umsatz durch Online Casinos

Trotz der vorerst gescheiterten Übernahmepläne, gab es für den Vorstand der Rank Group gute Gründe nicht mit Sorgenfalten durch die Büroräume zu wandeln, denn die nun veröffentlichten Jahreszahlen, der Konzern erstellt eine Jahresbilanz für den Zeitraum vom 1. Juli 2015 bis zum 30. Juni 2016, zeigten sich von einer ausgesprochen positiven Seite. Der Gesamtumsatz des Unternehmens stieg um 2 Prozent auf 753 Millionen Pfund. Zu dem Ergebnis trugen die drei Hauptmarken des Unternehmens in unterschiedlicher Höher bei. Die land-based Casino der Marke Grosvenor steigerten ihren Umsatz auf 438,6 Millionen Pfund, dies waren 15,2 Millionen Pfund mehr, als noch im vorangegangenen Jahresbericht. Der Online Casino Bereich von Grosvenor legte dabei am stärksten zu hat nun einen Anteil von 30,5 Millionen Pfund am Umsatz der Casino Marke. Bei Mecca Bingo gab es allerdings einen kleinen Dämpfer, denn hier sank der Umsatz um 1,9 Millionen Pfund auf jetzt 287,7 Millionen Pfund. Der Rückgang hätte durchaus noch stärker ausfallen können, denn die land-based Bingo Hallen waren der Hauptverursacher des Umsatzverlustes und konnten nur durch die Steigerung des Online Casino Bereichs der Marke auf jetzt 66,2 Millionen Pfund nahezu kompensiert werden. Die dritte von der Rank Group betriebene Marke in Spanien, Enracha konnte ebenfalls seinen Umsatz geringfügig steigern. Bis jetzt betreibt Enracha lediglich physische Casino. Dies soll sich jedoch nach dem Willen des Vorstands bald ändern und dann soll der Casino Betreiber sein Angebot auch im Netz anbieten.

Die Rank Group möchte weiterhin verstärkt in den gesamten digitalen Bereich investieren, denn hier sieht der Vorstand das größte Wachstumspotenzial. Die Online Casino Bereiche von Grosvenor und Mecca sollen weiter ausgebaut werden und zusätzlich soll auch Enracha eine eigene virtuelle Spielhalle bekommen. Inwieweit die geplante Fusion mit 888Holdings das nächste Geschäftsjahr beeinflussen wird, dürfte für die Anleger beider Unternehmen wohl das spannendste Thema in den nächsten 12 Monaten werden.