888 Holdings und Rank GroupVor kurzem berichteten wir ausführlich über die Absichten der Online Casino Betreiber 888 Holdings und der Rank Group sich zusammenzuschließen, um damit die nötigen Voraussetzungen zu schaffen den gemeinsamen Konkurrenten und Buchmacher William Hill zu übernehmen. Erst war es nur ein Gerücht, dann sahen sich aber die beiden Vorstände genötigt es offiziell zu verkünden, dass in den Führungsetagen erste intensive Gespräche zu den Übernahmeplänen und der Fusion geführt werden. Gespräche bedeuten natürlich nicht zwangsläufig, dass dies am Ende auch tatsächlich umgesetzt wird. Doch nun scheinen die beiden Glücksspielunternehmen ernst zu machen und ließen die Katze aus dem Sack. Insgesamt 4,2 Milliarden Euro wären 888 Holdings und Rank Group gemeinsam bereit in die Hand zu nehmen, um sich William Hill, dass neben dem Sportwettengeschäft auch zahlreiche Online Casinos unterhält, einzuverleiben. Für die Aktie des Übernahmekandidaten ging es deshalb heute folgerichtig fast 5 Prozent nach oben.

William Hill lehnt dankend ab

Die Reaktion auf die Übernahmepläne durch seine Konkurrenten ließ bei William Hill nicht lange auf sich warten und wie meist üblich wurde die erste Offerte dankend abgelehnt. Für den Vorstand des Online Casino Betreibers erscheint der Betrag, den 888 Holdings und die Rank Group zu bezahlen bereit sind, deutlich zu niedrig und so wurde das Angebot einstimmig vom Tisch gewischt. Wer sich ein wenig mit Fusionen und Übernahmen in der Wirtschaft auskennt, der weiß, dass dieses Nein nicht wirklich viel zu sagen hat, denn am Ende entscheiden die Besitzer der Aktien, ob sie die Offerte wahrnehmen werden oder nicht. Der Kaufpreis von 4,2 Milliarden Euro, umgerechnet 3,6 Milliarden Englische Pfund, würde den Ankauf der William Hill Aktien für einen Stückpreis von 3,64 Englischen Pfund bedeuten und damit gerade einmal 11 Prozent über dem Wochenschlusskurs von 3,27 Englischen Pfund vom vergangenen Freitag liegen. Dies erscheint dem Vorstand des Online Casino Betreibers deutlich zu niedrig und nach internen Beratungen mit Finanzberatern von Citi und Barclays hält William Hill eine Drei-Wege-Fusion für viel zu riskant.

Angebot nachbessern oder feindliche Übernahme?

Der erste Zug wurde nun von Seiten der 888 Holdings und der Rank Group gemacht. Auch wenn sich William Hill gegen eine Übernahme stemmt und das erste Angebot abgelehnt hat, ist dies sicherlich erst der Anfang eines längeren Tauziehens. Zuerst einmal muss der Buchmacher seine Anleger davon überzeugen sich nicht auf die Offerte der beiden Konkurrenten einzulassen. Allerdings dürfte sich dies sicherlich nicht so einfach gestalten, denn William Hill musste in den letzten Monaten einige Online Casinos vom Netz nehmen und versucht gerade wieder etwas Wasser unter den Kiel zu bekommen. Somit könnten die 11 Prozent Zuschlag auf die Aktie, die 888 Holdings und die Rank Group zu zahlen bereit sind, eventuell schon für eine feindliche Übernahme ausreichen, vorausgesetzt natürlich, dass die Anleger nicht an die Turnaround-Strategie des Vorstands von William Hill glauben. Sollte dieser Weg fehlschlagen bleibt den beiden Buchmachern und Betreibern von Online Casinos natürlich noch die Möglichkeit ihre Offerte deutlich zu erhöhen und damit das Eis im Vorstand von William Hill und den Anlegern der Aktie für eine gemeinsame Übernahme zu brechen.