Dass Werbung ein Mega-Geschäft ist, ist nicht neu. Aber welche gigantischen Summen so mancher Konzern in Kino- und TV-Spots steckt, ist einfach irre. In diesem Bereich bisher ungeschlagen und nach wie vor an der Spitze ist das Casino-Unternehmen MCE mit seinen Spielbanken in Manila (Philippinen) und im chinesischen Macao, das ungefähr 50 km westlich von Hongkong liegt. Die Asiaten ließen sich die Produktion eines einzelnen Werbespots für Glücksspiel sage und schreibe 70 Millionen Dollar kosten. Der Spot „The Audition“ sieht aus, wie der Trailer zu einem Hollywood Film. In den Hauptrollen: Robert de Niro und Leonardo di Caprio. In einer Nebenrolle: Brad Pitt. Regie führte Alt-Meister Martin Scorsese. Was schon für Kinofilme nach einer ganz klaren Erfolgsgarantie aussieht, wurde hier eins zu eins für einen Werbespot adaptiert. Allerdings ist der vermeintliche Blockbuster keine Hollywood-Produktion. Der Clip bewirbt ein Casino in „Las Vegas süß-sauer“ – das Freizeit- und Vergnügungsressort Macao Studio City, das 2015 eröffnet wurde.

Ben Affleck Pokerstars CasinoHollywoodstars in Casino-Werbung

An die drei Dutzend Spielbanken haben ihren Sitz in Macao, das inzwischen den vierfachen Umsatz von Las Vegas einfährt. Doch das ist dem asiatischen Spielerparadies noch nicht genug. Zwei Casinos – eins davon in Manila – werden von dem Glücksspielkonzern MCE ganz besonders protegiert. Deren clevere Marketing-Strategen nahmen sich Filme wie „Ocean´s Eleven“ vor und entwickelten mit genialen Hollywood-Experten das Skript für einen schier unglaublichen Werbefilm, in dem die beiden Oscar-Preisträger Leonardo di Caprio und Robert de Niro in einem Hotel eintreffen. Dort werden sie von Mr. Scorsese erwartet, der ihnen erklärt, dass sie nicht gemeinsam vor der Kamera stehen können. Es ist eine Art Casting-Situation, bei der nur einer der beiden Weltstars eine Rolle erhält. Daraufhin beginnt ein eifriger Wettstreit zwischen den zwei Hollywood-Größen. In einer kurzen Einstellung agiert sogar Brad Pitt. Und das alles unter der Regie des ebenfalls mit einem Oscar ausgezeichneten Erfolgsregisseurs Martin Scorsese. De Niro und di Caprio erhielten jeweils 13 Millionen Dollar für diesen Werbefilm. Das ist selbst für zwei gestandene Profis von ihrem Format und ihrer Berühmtheit ein beachtliches Honorar – insbesondere wenn man den Drehzeitraum bedenkt. Er betrug nämlich lediglich 2 Tage. Eine Minute lang dauert der Spot. Niemals zuvor und auch seither nicht mehr hat sich ein Unternehmen Werbung derart viel kosten lassen. Melco Crown Entertainment (MCE) gehört zu großen Teilen dem Milliardär James Packer, der daneben auch Anteile an der Produktionsfirma dieses Werbespots hält. 

Di Caprio setzt 10.000,- Dollar

Auch im wahren Leben ist Superstar Leonardo di Caprio ein begeisterter Fan von Glücksspielen. Regelmäßig wird er in mondänen Spielbanken gesehen. Er bevorzugt Poker, wobei seine privaten Einsätze nie unter 10.000,- US-Dollar liegen sollen. Ob er sein Glück auch an Spielautomaten oder in Online Casinos herausfordert, ist allerdings nicht bekannt. Unmittelbar nach der Zusammenarbeit von Martin Scorsese und Leonardo di Caprio in Macao stürzten sich die beiden Hochkaräter in ein weiteres „Spieler-Projekt“: „The Gambler“ – das Remake eines Kassenschlagers aus dem Jahre 1974. Aus dieser Zusammenarbeit wurde leider nichts. Der Film um einen glücksspielenden Literaturprofessor, der in die Fänge der Mafia gerät und am Ende sein eigenes Leben als Pfand einsetzt, wurde dann von Rupert Wyatt verfilmt. In der Hauptrolle war dann Mark Wahlberg zu sehen. 

Top-Stars treiben Werbeausgaben in die Höhe

Platz zwei in der Rangliste der teuersten Werbespots aller Zeiten hält eindeutig Chanel. Das damals noch unter der Leitung von Karl Lagerfeld (1933 – 2019) geführte Pariser Mode- und Duft-Imperium legte ganze 33 Millionen Dollar für den Spot zu seinem Parfum-Klassiker Chanel No 5 hin. Das meiste Geld verschlangen dabei die engagierten Stars: Regisseur Baz Luhrmann, der mit „Romeo & Julia“ einen Kassenschlager gelandet hatte und Top-Actress Nicole Kidman in der Hauptrolle.

Auf dem dritten Platz liegt Guiness, dessen Werbespot für sein Bier im Jahr 2008 ganze 20 Millionen Dollar kostete. Bei der Produktion geht es um den sogenannten Domino-Effekt. Irgendwo in Südamerika kommen etliche Bewohner eines Dorfes zusammen und schauen fallenden Dominosteinen, Kühlschränken, Reifen, Büchern und Autos zu.

Platz vier hält ein britisches Versicherungsunternehmen, das in 2008 seinen Namen von Norwich Union in Aviva änderte. Dafür hielten Top-Stars wie Ringo Starr (Ex-Beatle), Schauspieler Bruce Willis und Top-Model Elle MacPherson ihr Gesicht in die Kamera. Die Kosten für diesen Spot beliefen sich auf 13,4 Millionen Dollar.

Auf Platz fünf der Rangliste befindet sich Chrysler. In dem 12,4 Millionen Dollar teuren Werbefilm des Auto-Konzerns fährt Superstar Eminem durch seine Heimat Detroit. Dieser Spot machte gleich doppelt Werbung: zum einen für Limousinen und zum anderen für eine – durch die Wirtschaftskrise – stark gebeutelte Industriestadt.

Auch Pepsi und Honda befinden sich unter den Top Ten der teuersten Werbefilme aller Zeiten. Der Cola-Hersteller ließ sich beispielsweise das tanzende, singende und Cola trinkende Pop Idol Britney Spears satte 7.5 Millionen Dollar kosten. Shell und Ferrari griffen ebenfalls ganz tief ins Portemonnaie für ihre Werbefilme. Hier waren es allerdings die aufwendigen Produktionskosten, die ein Vermögen verschlangen und nicht die Stars.

Bei einem von Adidas produzierten Werbespot sind die Kosten nicht veröffentlicht worden. Aber eins ist klar: er muss sehr teuer gewesen sein. Bei einer Mega-Party von ganzen 2 Minuten tanzen unter anderem Top-Stars wie Missy Elliott, Katy Perry und David Beckham in Sportschuhen auf der Straße.