AutomatenspielDass die Rheinländer ein lustiges Völkchen sind, die keinen Anlass zum Feiern auslassen, war bekannt. Dass sie jedoch auch dem Automatenspiel zugetan sind, was bisher nur anzunehmen. Nun wurden die neuesten Zahlen publik, die zeigen, wie viele Millionen Euro in rheinländischen Städten in den Daddelkisten landeten. Das waren immerhin 137 Millionen Euro im Jahr 2014. Die drei ersten Plätze nehmen Köln, Düsseldorf und Mönchengladbach ein.

Die Umsätze nach Städten

  • Köln: 75,06 Millionen Euro
  • Düsseldorf: 42,34 Millionen Euro
  • Mönchengladbach: 29,57 Millionen Euro
  • Bonn: 20,94 Millionen Euro
  • Aachen: 12,01 Millionen Euro
  • Leverkusen: 16,75 Millionen Euro
  • Düren: 7,80 Millionen Euro
  • Euskirchen: 6,29 Millionen Euro
  • Bergheim: 6,68 Millionen Euro

Köln: Die viertgrößte Stadt Deutschlands mit etwas mehr als einer Million Einwohnern liegt auf dem Spitzenplatz. Mit rund 75 Millionen Euro im Jahr 2014 nach 51,8 Millionen Euro im Vorjahr sorgten die Kölner Spieler für eine Umsatzsteigerung von 45 Prozent. Den Grund dafür sieht der Fachbereichsleiter Glücksspielsucht bei der Drogenhilfe Köln, Dr. Wolfgang Kursawe, in der erheblich gewachsenen Anzahl der Spielstätten. Immerhin gibt es in der Domstadt rund 4.450 Glücksspielautomaten.

Darüber hinaus habe sich die Geschwindigkeit der Spiele sowie die Höhe der Einsätze an modernen Spielautomaten beachtlich erhöht so der Experte. Dr. Kursawe kritisiert, dass die Stadt trotz Steuereinnahmen von etwa 10 Millionen Euro noch keinen Cent für die Beratung gegen die Spielsucht ausgegeben habe, was bei rund 10.000 Spielern mit problematischem Spielverhalten dringend angebracht wäre.

Düsseldorf: In der rheinischen Metropole mit rund 600.000 Einwohnern gibt es momentan etwa 2.300 Spielautomaten. Darüber wurden 2014 rund 41 Millionen Euro umgesetzt, wobei 11 Millionen Euro auf Kneipen und 30 Millionen Euro auf Spielhallen entfielen. Auch der Düsseldorfer Stadtrat konnte sich über dicke Steuereinnahmen von 9 Millionen Euro freuen. Ähnlich wie in Köln sehen Hilfsorganisationen, die sich um Spielsüchtige kümmern wie die Diakonie der Evangelischen Kirche davon nichts, obwohl sie allein im letzten Jahr rund 900 Hilfesuchenden zur Seite stand.

In anderen Städten sieht es nicht besser aus und die Hilfsorganisationen stehen mit ihren finanziellen Problemen alleine da. Die Verantwortlichen der Städte heben zwar gern den moralischen Zeigefinger, doch aus den eingenommenen Vergnügungssteuern fließt nichts zurück an die, die Hilfe brauchen. Schließlich zeichnen die Städte mit der hohen Anzahl zugelassener Automaten dafür verantwortlich, dass es Spielsüchtigen so leicht gemacht wird, ihrer Sucht nachzugeben.