Razzien aufgrund des Verdachts von illegalem Glücksspielangebot

So manch ein Anbieter von Glücksspielangeboten ist in diesen Tagen in seiner Existenz bedroht, da der neue Glücksspielstaatsvertrag massive Schliessungen von Spielhallen mit sich bringen wird. Der Grund hierfür ist das Mindestabstandsgebot von 500 Metern zu anderen Spielhallen sowie zu Jugend- und Ausbildungseinrichtungen, welches sich in manchen Städten nur schwerlich wird realisieren lassen. Die Behörden sind diesbezüglich ebenfalls stark eingebunden, was jedoch nicht heisst, dass sie gänzlich ihre anderen Aufgaben vernachlässigen. Diese Erfahrung mussten nunmehr in den Städten Mannheim, Ludwigshafen sowie Bad Dürkheim diverse Gaststättenbetreiber machen.

Die Augen der Behörden sind nach wie vor wachsam

Es gibt in der Welt des Glücksspiels prinzipiell zwei Sorten von Anbietern und der ganze Wirbel um den neuen Glücksspielstaatsvertrag entbehrt unter dieser Sichweise nicht einer gewissen Ironie. Während die offiziellen seriösen Anbieter das Mindestabstandsgebot als Dorn im Auge betrachten und um die Weiterführung ihrer Spielhallen und Casinos mitunter sogar juristisch kämpfen müssen haben die illegalen Glücksspielbetreiber derzeitig scheinbar ein vermeintlich ruhiges Leben. Da das behördliche Auge mit anderen Dingen beschäftigt zu sein scheint floriert das Geschäft mit dem illegalen Glücksspiel wie niemals zuvor. Einen Batman, der auch nachts und zu ungünstigen Zeiten gegen das Verbrechen antritt, gibt es in der realen Welt natürlich nicht so dass sich die illegalen Anbieter auf der vermeintlich sicheren Seite sehen. Diese Ansicht ist jedoch ein Irrtum, da die Behörden – trotz aller Arbeit rund um den GlüStV – trotzdem noch ihrer originären Tätigkeit nachgehen. Einen Batman bedarf es hierfür nicht, dass jedenfals mussten 19 Gaststätten sowie die Besitzer von sieben Wohnungen in den Städten Mannheim, Bad Dürkheim sowie Ludwigshafen feststellen mussten.

Schlag gegen das florierende illegale Glücksspiel

Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft in Kaiserslautern, die auch die gemeinsame Pressemeldung mit dem rheinland-pfälzerischen Polizeipräsidium herausgaben, wurden diese Lokalitäten in den beschaulichen Bundesland Rheinland-Pfalz sowie die Wohnungen aufgrund des Verdachts von unerlaubtem Glücksspiel durchgeführt. Dieser Verdacht war jedoch nicht der einzige Grund, warum die Polizei am Dienstag ausrückte. Auch Steuerhinterziehung sowie die gewerbsmäßige Fälschung von technischen Aufzeichnungen standen im Raum und sollten überprüft werden. Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt 26 Durchsuchungsbeschlüsse bei dem zuständigen Amtsgericht in Kaiserslautern erwirkt so dass die Aktion vollkommen rechtmäßig durchgeführt werden konnte. In Anbetracht der Tatsache, dass derzeitig in zahlreichen Bundesländern wie beispielsweise der Freien und Hansestadt Hamburg über die Bezeichnungen von Unterhaltungsgeräten sowie Lokalitäten im Hinblick auf den Glücksspielstaatsvertrag gestritten wird, dachten sich die Verdächtigen in dieser aktuellen Causa wohl, dass sie unter dem Radar fliegen und ihr „Geschäft“ betreiben könnten.

Selbstverständlich verlief der Einsatz ohne nennenswerte Vorkommnisse, doch gab es durchaus Erfolge zu vermelden. Zusätzlich zu einem riesigen Berg an geschäftlichen Unterlagen, was im Grunde genommen den Betreibern des illegalen Glücksspiels zugutegehalten werden muss, wurden auch insgesamt 28 Unterhaltungsspielgeräte von den Vollzugskräften sichergestellt. Dass Betreiber, die wissentlich ein illegales Glücksspielangebot betreiben, sorgsame Geschäftsunterlagen führen dürfte dabei den Ermittlungsbehörden in die Karten spielen. Bei den Unterhaltungsspielgeräten, deren genaue Bezeichnung für die Bemessung des Strafmasses sicherlich nicht uninteressant sein dürfte, steht der Verdacht im Raum, dass sie für den Betrieb des illegalen Glücksspiels verwendet wurden. Hierbei dürfte insbesondere der Fall, der vor dem Landgericht Hamburg verhandelt und abgeurteilt wurde, nicht uninteressant sein. Aus diesem Urteil konnte man ja lernen, dass die Bezeichnung eines Glücksspielautomatens durchaus Gerichte beschäftigen kann. Im aktuellen Fall jedoch stehen noch weitergehende Ermittlungen aus, so dass die Justizbehörden sich sicherlich noch eine ganze Weile beschäftigt sehen zumal in den Wohnräumlichkeiten eines Verdächtigen ein hoher sechsstelliger Betrag sichergestellt wurde. Ob diese Geldsumme aus dem illegalen Glücksspiel stammt oder ob sich hier ein Mensch einfach nur sein ganzes Leben lang ein schönes Polster für den Ruhestand angespart hat, ist derzeitig noch ungeklärt.

Experten warnen bereits seit längerer Zeit davor, dass der neue Glücksspielstaatsvertrag dem illegalen Glücksspielangebot zugutekommt und durchaus Betreiber bislang seriöser Spielhallen und Casinos in die Kriminalität treiben könnte. Im aktuellen Fall jedoch ist davon auszugehen, dass die Betreiber bereits seit sehr langer Zeit der illegalen Tätigkeit nachgehen so dass es durchaus lobenswert ist, dass die Behörden – trotz des massiven Arbeitsaufkommens bei den Entscheidungsprozessen der praktischen Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrages – dennoch die illegalen Anbieter weiterhin bekämpfen. Dies ist ein wichtiges Signal an die anderen „schwarzen Schafe“, dass Kriminalität sich auch in Zeiten turbulenter Rechtssprechung und praktischer Probleme bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben schlicht und ergreifend einfach nicht lohnt.

Bewerte diesen Artikel!

Von | 2017-05-11T13:47:46+00:00 17. Mai 2017|Kategorien: Casinos, Nachrichten|

Über den Autor:

Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar