Casino-Mitarbeiter gehen auf die Straße

Der neue Glücksspielstaatsvertrag, der derzeitig in der ganzen deutschen Casino-Landschaft das bestimmende Thema ist, ist noch nicht einmal in Kraft aber dennoch gibt es bereits sehr düstere Zukunftsprognosen. Das Problematische bei dieser ganzen Thematik ist, dass lediglich die Auswirkungen für die Glücksspielanbieter gesehen werden die künftig einen gewissen Mindestabstand untereinander sowie zu Jugend- und Sozialeinrichungen halten müssen. Dass die Auswirkungen jedoch auch für andere Beteiligte spürbar werden, wird bei der Diskussion nur zu gern vergessen. In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover haben nunmehr rund 1.500 Menschen auf sich aufmerksam gemacht, die die Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrages besonders hart treffen würde.

Ein Zeichen gegen die drohende Arbeitslosigkeit

Es sind in Deutschland nicht selten die sogenannten kleinen Leute, die unter politischen Entscheidungen massiv zu leiden haben. Dabei entbehrt es nicht einer gewissen Form des schwarzen Humors oder der Ironie, dass eben jene kleinen Leute doch durch den Glücksspielstaatsvertrag geschützt werden sollen. Die Spielsuchtprävention sowie der Schutz von Jugendlichen und besonders Schutzbefohlenen ist die große Zielsetzung, die der Glücksspielstaatsvertrag in seiner Agenda zu stehen hat. Doch eben jene Menschen, die durch dieses neue Gesetz geschützt werden sollen, sind diesbezüglich noch gar nicht nennenswert in Erscheinung getreten. Der Umstand, dass der neue Glücksspielstaatsvertrag auch Arbeitsplätze gefährden könnte, wurde bei der bisherigen öffentlichen Diskussion zwar auch betont, jedoch scheint das Argument, dass an diesen Arbeitsplätzen auch Existenzen von kleinen Leuten hängen könnten, eher in den Hintergrund zu geraten. In Hannover, nun nicht gerade als das deutsche Las Vegas bekannt, haben nunmehr jedoch rund 1.500 Menschen durch eine öffentliche Kundgebung auf die Gefährdung ihrer Existenzen hingewiesen. Die Menschen gingen auf die Straße. Nicht etwa als Maßnahme, um sich dem drohenden Schicksal zu ergeben sondern vielmehr aus dem Grund, dieses bevorstehende Schicksal irgendwie zu verhindern.

50 Prozent aller Anbieter sollen verschwinden

In Hannover gibt es aktuell rund 2000 Glüksspielanbieter, die ihre Lokalitäten in der niedersächsischen Landeshauptstadt betreiben. Geht es nach der Politik, so müssten rund 1000 dieser Anbieter verschwinden. Dies wäre die logische Konsequenz einer rigorosen Umsetzung des neuen Glücksspielstaatsvertrages. Die Kommunen haben nunmehr die Aufgabe zu entscheiden, wer von der Schliessung betroffen ist und wer künftig sein Angebot aufrechterhalten darf. In einfachen Worten ausgedrückt bedeutet dies, dass derzeitig 3000 Arbeitsplätze gefährdet sind. Dieser Umstand an sich wäre schon schlimm genug, allerdings stösst bei den Beteiligten die Art und Weise sauer auf, wie die Kommune diese schwerwiegende Entscheidung treffen möchte. Mit einem Losverfahren soll bestimmt werden, wer bleiben darf und wer gehen muss. Die Beteiligten der Glücksspielbranche werden auf diese Weise selbst zu einem Teil des Glücksspiels, mit dem sie letztlich ihr täglich Brot verdienen. Das Mindestabstandsgebot, welches von den Betreibern zwischen sich und den Jugend- sowie Sozialeinrichtungen einhalten müssen, beträgt in Hannover 100 Meter.

Olaf Lies, seines Zeichens Wirtschaftsminister Niedersachsens von der SPD, teilt die negative Meinung über das Losverfahren, welches die Angestellten der Glücksspielbetreiber verständlicherweise inne haben, indes nicht. Seiner Ansicht nach ist dieses „Gottesurteil“, welches kein Novum in Deutschland darstellen würde, die fairste und objektivste Lösung. Auch diese Ansicht entbehrt nicht einer gewissen Ironie, da die Glücksspielbetreiber nur zu häufig von der Politik verteufelt werden. Wäre dies nicht der Fall, so hätte man letztlich überhaupt nicht über einen neuen Glücksspielstaatsvertrag nachdenken müssen, da ja schließlich auch die Glücksspielanbieter ihren Kunden faire Gewinnchancen einräumen. Da jedoch die Kunden vor diesen fairen Gewinnchancen geschützt werden müssen, schliesslich soll ja kein Glücksspielkunde der Suchtgefahr des Spiels erliegen, gilt es nunmehr den Vertrag so gut wie möglich umzusetzen. Lies führte weiterhin aus, dass das Los objektiv sei und dass es in Niedersachsen ja schlussendlich mit einem Mindestabstandsgebot von rund 100 Metern noch eine sehr großzügige Auslegung des Glücksspielstaatsvertrages gäbe. Dies indes wird jedoch die Angestellten, die ab dem 1. Juli 2017 den Gang auf die Strasse und zum Arbeitsamt antreten müssen, wenig trösten.

Sei es wie es ist, das Losverfahren über Existenzen entscheiden zu lassen erscheint wirklich nicht gerade die passende Lösung für das Problem. Die Aussicht, dass die Hannoveraner Behörden ihre Meinung jedoch noch einmal ändern werden, erscheint äußerst gering. Es bleibt daher wieder einmal für den kleinen Bürger, der einfach nur seiner geregelten Arbeit weiterhin nachgehen und ein wenig Planungssicherheit in seinem Leben haben möchte, die Sorge im Hinblick auf die Zukunft. Dies ist indes ist in Deutschland bedauerlicherweise auch kein Novum.

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Von | 2017-05-19T12:24:43+00:00 19. Mai 2017|Kategorien: Casinos, Nachrichten|

Über den Autor:

Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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